Macht−Medien−Manipulation Teil II. Beispiel: „Asylanten“

2015-09-23 21:58 (Kommentare: 0)

Die industrielle Verwaltung von Menschen. Menschen zu Robotern programmieren

Die flächendeckende Primitivität veröffentlichter und öffentlicher Erörterungen zu Fragen über „Asyl“, über „Asylanten“, über Flüchtlinge, über Flüchtlingsströme, über Zuwanderung, über Einwanderung, über Einwanderungsland, Einwanderungsgesetz, usw. usw., ist nicht zufällig. Wie in allen aktuellen Fragen unserer Tage. Die „Öffentlichkeit“ wird traktiert mit „Nachrichten“ und mit „Unterhaltung“. Komplete ohne Zusammenhänge, ohne Entwicklungsgeschichten. Die „Öffentlichkeit“ sind wir, die Konsumenten von „Information“. Viele haben es gern. Viele nicht. Auch die letzteren „Viele“ müssen diese Flut von „Information“ über sich ergehen lassen.

 

Eine Rückzugsmöglichkeit gibt es nicht. Alle reden über aktuelles Geschehen. Die Medien servieren alles so, daß wir uns stets dessen bewußt sein sollen, wer „Wir“ sind und wer die „Anderen“ sind. Die „Anderen“ sind die „Bösen“, denen alles zuzumuten ist. Und was besonders schlimm ist, sie sind gegen „Uns“, grundsätzlich. Daß wir „Engel“ sind, muß nicht besonders erwähnt werden. Das primitive Schema wird eingängig gemacht: Die „Anderen“ sind die Bösen. „Wir“ sind die Guten. Die Guten kämpfen die Bösen nieder. Letztendlich immer. Die Guten siegen. Weil der Gott es so will. Und der Gott ist unser.

 

Dies geschieht auf allen Ebenen – unmittelbar wie mittelbar, lokal, regional, national und auch international. Wir die Medienkonsumenten sollen uns mühelos einbilden können, wir wüßten über alles genauestens Bescheid. Wir sind eine offene Gesellschaft. Bei „uns“ und für „uns“ ist alles „in Butter“. Von schwarzen Schafen und von gelegentlichen „Betriebsunfällen“ abgesehen. Nur, die „Betriebsunfälle“ geschehen nicht gelegentlich. Das öffentliche Leben stolpert von einem „Betriebsunfall“ zum anderen.

 

Das tägliche Leben ist so ausgelegt, daß es keine Pausen für einen privaten Austausch gibt: Über unsere Wahrnehmungen, Erfahrungen, Bewertungen unseres Alltags, Unstimmigkeiten zwischen „Uns“, mit „unseren“ Schicksalsgenossen also. Wenn es dann und wann zum Austausch kommt, werden die Mitmenschen schnell sortiert: Gehören sie noch zu „Uns“ oder gehören sie doch schon zu den „Anderen“? Ein Austausch mit den „Anderen“ ist eh nicht notwendig.

 

Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler sind die „Dienstleister“ für die Medien. Es interessiert wenig, was eine Nachricht ist, wie dies vom Ort des Geschehens transportiert wird und von wem. Es interessiert wenig, warum Medien, Medien sind.

 

Sie dienen und nutzen Medien und leben damit gut, Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler. Wer sind sie? Wie leben sie? Wer sichert ihnen ihr überdurchschnittliches, reichliches Einkommen? Warum verbreiten sie ihre angeblichen „Überzeugungen“ und die „Botschaft“, daß alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, alle gesellschaftlichen Verhältnisse kompliziert seien. So mächtig kompliziert, daß alle Anderen, also wir, die überwiegende Mehrheit, ohne ihre „Übersetzungen“ nicht in der Lage wären, selbst einzuordnen und zu begreifen. Nicht einmal unsere erlebten Lebensverhältnisse. Vom Geschehen in Fernbereichen des gesellschaftlichen Lebens, der gesellschaftlichen Verhältnisse – national wie international − ganz zu schweigen. Über diese ihre „Übersetzungen“ später mehr.

 

Können Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler wirklich selbst davon überzeugt sein, was sie uns alles kund tun? Ich habe Zweifel. Die Art und Weise des Auftretens, der Artikulation, der Diktion, der Wertungen, die Schnelligkeit der Gesamtpräsentation kommen mir als „gelernt“ und „eingeübt“ vor. Beinahe wie „Sprechautomaten“. Die Präsentation im Ganzen ist schneller als daß sie geleitet durch Überlegungen, Denken, Nachdenken sein könnte. Wie auf der Bühne des Schauspiels agieren Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler. Nur, die Gesellschaft ist keine Bühne für Schauspiele.

 

Die Präsentation ist „professionell“. Wir sollen glauben, daß Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler selbst davon überzeugt seien, was sie präsentieren. Aus ihrer „Überzeugung“ leiten sie auch ihre „Verantwortung“ ab, uns „Lebenshilfe“ leisten zu müssen. Ausschließlich zu unserem Wohl. Absolut uneigennützlich. Sie erklären uns, wie wir uns verhalten müssen, damit unsere „moderne“, „fortschrittliche“, „freiheitliche“, „rechtstaatliche“, demokratische“ Ordnung der Gesellschaft erhalten bleibt.

 

Werden ihre Präsentationen entlohnt? Werden ihre Präsentationen geplant? Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler sind ja keine „barmherzigen Samariter“, falls es solche je gegeben hat. Deshalb frage ich mich: Wer hat Möglichkeiten die professionellen Dienstleistungen der Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler zu kaufen? Warum kaufen die Käufer die professionellen Dienstleistungen der Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler?

 

Die Medien, also Boulevardblätter, Zeitungen, Rundfunk− und Fernsehanstalten, Bücher, Nachschlagewerke und die digitalen Apparate, stellen Politikern, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftlern alle Vehikel zur Verfügung, damit die „Lebenshilfe“ bei uns ankommt. Rund um die Uhr. „Lebenshilfe“ auch verpackt als „Unterhaltung“.

 

Ich habe den Eindruck, wenn wir nicht lernen, uns gegen die Flut dieser „Unterhaltung“ wehren, werden wir uns unterhalten wie zweibeinige Schafe. Ich meine, wir sollten uns nicht zu zweibeinigen Schafen reduzieren lassen. Ich verweigere mich diesem Konsum. Ich denke über diesen Konsum nach. Ich denke über die gelieferten „Information“ nach. Ich stelle Fragen. Wie sollen sie all das wissen, was sie vorgeben zu wissen? Wer sind sie? Wer hält sie aus? Ich verweigere mich auch dem Ansinnen der „Meinungsforscher“. Über Medien, über „Meinungsmacher“ und über „Meinungsforscher“ später mehr.

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Nun zu den „ewig“ primitiven veröffentlichten und öffentlichen Erörterungen über „Asyl“, über „Asylanten“, über Flüchtlinge, über Flüchtlingsströme, über Zuwanderung, über Einwanderung, über Einwanderungsland, Einwanderungsgesetz, usw. usw.. Wie ein Masochist durchlebe ich die „Lebenshilfe“, um zu begreifen, worum es eigentlich gehen soll. Und worum es wirklich geht. Geht es um Asyl, um Asylanten? Ich habe Zweifel. Was ist Asyl? Ist Asyl ein deutsches Wort? Antworten auf Fragen wie diese finden wir in „Nachschlagewerken“. „Asyl“ ist hier überliefert als ein lateinisches Wort. Warum eigentlich?

 

Gab es im lateinischen Kulturbereich keinen alltäglichen Ausdruck, um das zu beschreiben, was hinter diesem „Begriff“ steckt? Die Deutschen haben es von den Lateinern, die Lateiner haben es von den Griechen übernommen. Wie in vielen anderen Sachbereichen auch. Die Wißbegierde der europäisch−christlich geprägten „Denker und Dichter“ erschöpft sich in der Regel bei den Griechen. Was die alten Hellenen oder die alten Römer nicht gewußt haben, existiert auch nicht. Was alles haben die Hellenen und Römer gewußt? Wie? Ich entschuldige mich für meine überflüssig erscheinenden Fragen und komme zurück zum „Begriff“ im Allgemeinen und zum „Asyl“ im Besonderen.

 

Warum werden Begriffe erfunden? In keiner Sprache gibt es einen „erfundenen Ausdruck“, einen „Begriff“, ein „Kürzel“, wenn dahinter keine klare Beschreibung von fast gleichartigen Vorgängen überliefert würde. Ein Begriff ist stets ein Kürzel. Jeder Begriff eliminiert die besonderen Unterschiede in einzelnen ähnlichen Vorgängen und hebt so die übrigen gemeinsamen Merkmale hervor. Die Tiefe, die Besonderheiten der einzelnen Vorgänge geht zwangsläufig verloren. Aus der Natur der Begriffsbildung heraus. Eine Verflachung, eine Oberflächlichkeit ist unvermeidbar.

 

„Asyl“ bedeutet schon immer eine „Bleibe auf Zeit“. In der Menschheitsgeschichte hat es immer wieder Menschen gegeben, die „ihren Dach über den Kopf“, aus welchen Gründen auch immer, verloren haben. Und es hat immer Menschen gegeben, die Menschen auf Zeit bei sich aufgenommen haben. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Eine klare Menschlichkeit. Dafür besteht kein Bedarf, einen Begriff wie „Asyl“ zu erfinden. Es sei denn, die klare Selbstverständlichkeit einer menschlichen Gesellschaft ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Deshalb sollte man doch zumindest die „politisch verfolgten“ bei sich aufnehmen, „Asyl“ gewähren. Aber wie definiert sich „politische Verfolgung“?

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An sich gibt es keinen „Asylanten“ in einer menschlichen Gesellschaft. Menschen in Not bei sich aufnehmen heißt, daß der Aufnehmende selbstverständlich bereit ist, sein Habundgut auf Zeit mit dem in Not geratenen zu teilen. Wenn die Habenden in einer Gesellschaft diese Bereitschaft nicht mehr haben, entsteht das Problem „Asyl“. Was tun die Mitmenschen mit Menschen in Not?

 

Wie schon erwähnt, legen die Nachschlagewerke uns nah, daß die alten Griechen die Erfinder von dem Kürzel „Asyl“ sind. Im Laufe der Zeit müßten die alten Griechen jene menschliche Selbstverständlichkeit, andere in Not geratenen bei sich aufzunehmen, verloren haben. Ich neige dazu, den Schluß zu ziehen, daß die Unterteilung der Gemeinschaft in „Wir“ und die „Anderen“ bei den Hellenen bereits vollzogen war. In „Wir“ die Habenden und „Sie“ die Habenichte. In Reiche und in Arme. Danach war in Situationen, wo „Menschen in Not“ sind, eine „gesetzlich“ geregelte Lösung angesagt. Diese Regelung ist eben das „Asyl“, das „Asyl−Recht“. In Deutschland verankert im Grundgesetz, als ein unveränderliches Grundrecht, Artikel 16 GG. In der Praxis steht beispielsweise den aus Gewissensgründen desertierten „USA“−Soldaten oder ein Edward Snowden dieses Grundrecht nicht zu. Nicht in Deutschland. „Politische Verfolgung“ schießt also Gewissensnöte nicht ein.

 

Wenn „Asyl“ gesetzlich und vertraglich geregelt werden muß, dann ist die Menschlichkeit in den Gesellschaften längst abhanden gekommen. Eine gesetzliche Regelung für „Asylanten“ ist weit weniger als die „christliche Nächstenliebe“ und die „christliche Barmherzigkeit“. Die Geschichte der europäischen Christen belegt, wieviel diese beiden scheinheiligen „Gebote“ wert gewesen sind und heute sind. Diese Geschichte der europäischen Christen ist erzählt in meinem Blog:

Armut? Armut fällt vom Himmel. Teil III

Sozialhilfe Bedürftige und „Harzt IV“−Empfänger auch?

 

Die Nachschlagewerke legen uns nah, daß das Kürzel „Asyl“ erst im 16. Jahrhundert in der deutsche Sprache Verwendung gefunden hat. Wann genau ist eigentlich nicht wichtig. Mit Erkenntnis und mit Wissen hat die Datierung nichts zu tun. Die Erkenntnis ist: Der Bedarf einer Regelung für Menschen in Not entsteht nach dem Verlust des Bewußtseins innerhalb einer Gemeinschaft, daß alle in der Gemeinschaft „Wir“ sind.

 

Fest steht die Erkenntnis, daß auch innerhalb einer Gemeinschaft mit ungleicher Verteilungen materieller Güter doch eine gesellschaftlich halbwegs geregelte Lösung für Menschen in Not gefunden werden muß. Diese Lösung kann „christliche Barmherzigkeit“ und/oder „christliche Nächstenliebe“ heißen, oder eine „rechtstaatliche (gesetzliche) Regelung“ für die „Obdachlosen“, für die „Armen“ das „Bundessozialhilfegesetz“ sein. Aber wenn mehr als eine Gemeinschaft im Spiel ist, sieht die „Regelung“ anders aus als jene innerhalb einer Gemeinschaft.

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Die aktuellen veröffentlichten und öffentlichen Erörterungen über das „Asyl“, das „Asylrecht“, „Asylanten“, die Asylsuchenden, werden unter falschen Etiketten geführt. Hier geht es um Flüchtlinge im weitesten Sinne eines alltagtauglichen Wortes. Es sind Menschen, die aus ihrer eingesessenen örtlichen Gemeinschaft aus welchen Gründen auch immer flüchten. Eine Ortschaft ist ein Gebiet mit feststehenden Grenzen innerhalb eines größeren Gebietes. In unseren Tagen sind es Länder, Regionen, Kontinente.

 

Die Gebietsgrenzen der Länder und Regionen sind schon immer veränderlich. Die Kontinente sind fast unveränderlich. Unsere Erde ist endlich. Wer welche Anteile der Flächen auf unserer Erde als Eigen nennen kann, ist Folge von Verteilungskämpfen, der „Kriege“. Es ist in unserem Zusammenhang müßig nachspüren zu wollen, wie und warum aus der gegenwärtigen Sicht, Kontinente Kontinente, Staaten Staaten, Länder Länder, Regionen Regionen, Ortschaften Ortschaften geworden sind.

 

Wir sind mit dem Vorgang befaßt, daß immer Mal Menschen aus ihrer eingesessenen Ortschaft, aus welchen Gründen auch immer, weg ziehen, weg ziehen müssen. Die Bandbreite beginnt mit einer Umsiedlung und endet über Auswanderung mit der Flucht. Eine Umsiedlung oder eine Auswanderung ist stets mehr oder weniger „unfreiwillig“. Keiner verläßt sein „Heim“, seine „Heimat“, wenn seine Lebensverhältnisse zufriedenstellend sind, d.h. das Erreichte mit dem Erwarteten im Leben übereinstimmt. Menschen wandern nur aus, wenn sie ihre Lebensverhältnisse verbessern wollen.

 

Unsere Lebensverhältnisse sind schon immer bedingt durch die „Produktion“ von Lebensmittel für die Erhaltung der Existenz. Die Natur bietet jeder Gattung die Voraussetzung, ihre Lebensmittel herbeizuschaffen. Durch die Bereitstellung dieses Angebots reguliert die Natur die Lebensgrundlage aller Arten insgesamt. Die Größe ihrer „Population“ auch. Voraussetzung ist, daß die Nutzung des Bodens allen Arten uneingeschränkt zur Verfügung steht.

 

Nur die Gattung Mensch hat irgendwann im Verlauf der Jahrmillionen der Erdgeschichte begonnen, die Nutzung des Bodens für andere Arten einzuschränken. Das natürliche Gleichgewicht der Natur, die Ökologie, wird dadurch beeinträchtigt. Diese Beeinträchtigung hat Folgen für alle Arten auf der Erde. Die Gattung Mensch benutzt den „Boden“ immer mehr ausschließlich für sich.

 

Diese Rücksichtlosigkeit hat sich fortgesetzt auch gegenüber der Gattung Mensch selbst. Teile der Gattung Mensch beanspruchen Teile des Bodens als Eigen und setzen diese widernatürliche Beanspruchung mit Gewalt durch. Es ist ein fortwährender „Krieg“ gegen die „Anderen“. Der „Boden“ ist jedoch endlich. Der „Boden“ ist nicht vermehrbar. Aber der „Boden“ kann unterschiedlich benutzt und unterschiedlich verteilt werden.

 

Grundlegend für die Herstellung des Lebensmittels für die Gattung Mensch ist die „Hände−Arbeit“ und der „Boden“. Unterschiedlicher Einsatz der „Hände−Arbeit“ und die unterschiedlichen Nutzungen des „Bodens“ führen zu unterschiedlichen Lebensverhältnissen. An diesem Grundsatz zur Herstellung des Lebensmittels für die Gattung Mensch, Arbeit und Produktionsmittel, ändert sich auch in der sogenannten Digitalen Revolution nichts.

 

Wanderungen von Menschen von einem Ort zum anderen sind verursacht durch unterschiedliche Lebensverhältnisse. Wanderungen sind die Suche nach verbesserter Lebenslage. Wanderungen sind an sich stets mehr oder weniger unfreiwillig. Auch wenn der „Zwang“ zur Wanderung unserer Tage als individuelle Mobilität verniedlicht wird.

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Die Auswanderung aus einem Lebensverhältnis bedeutet die Einwanderung in ein anderes Lebensverhältnis. Innerhalb eines „Landes“ beispielsweise wandern Menschen zu anderen Gebiete, in denen Einwanderer nachgefragt wird. Dies ist der Vorgang, der unzuläßiger Weise als „Landflucht“ und „Städtebildung“ beschrieben wird. Unzuläßig deshalb, weil diese oder ähnliche „Begriffe“ vieles zudecken, was zur Auswanderung/Einwanderung führen.

 

„Wanderungsbewegungen“ können losgelöst von Produktionsverhältnissen des Lebensmittels nicht beschrieben werden. Wenn ein Gebiet Arbeitskräfte benötigt, führen die Käufer der Arbeitskräfte sie herbei. Die Käufer der Arbeitskräfte trachten danach, die Arbeitskräfte billigst einzukaufen. Aus der Natur des „Käufermarktes“ heraus. Der Handel mit Arbeitskräften ist der „Sklavenhandel“ unserer Tage.

 

Wie schon erwähnt, produziert der Mensch sein Lebensmittel durch Arbeit am Produktionsmittel Boden. Beim gemeinschaftlichen Besitz von Boden ist die Arbeit bzw. die Arbeitsteilung eine gemeinschaftliche. Die mit Gewalt durchgesetzte Besitzergreifung des endlichen Bodens durch Teile der Gattung Mensch zwingt immer größere Teile der so besitzlos gewordenen Menschen ihre Arbeitskraft jenen verkaufen zu müssen, die sich den gemeinschaftlichen Besitz des Produktionsmittels Boden gewaltsam privat angeeignet haben.

 

Dies ist der Beginn eines Vorganges, der in vielen Variationen zum widermenschlichen Verhältnis „Kapital und Lohnarbeit“ unserer Tage geführt hat. Alle Nicht−Produktionsmittelbesitzer sind „Sklaven“. Sie müssen ihre „Körperkraft“ auf Märkten anbieten, die ausschließlich von Käufern bestimmt werden. Die unterschiedlichen Preisgefüge und die vielen begrifflichen „Kreationen“ der „dienenden Intellektuellen“ verwirren uns gelegentlich. Der Widerspruch im Verhältnis „Sklavenhalter und Sklaven“, „Kapital und Lohnarbeit“, „Herr und Knecht“ ist unaufhebbar. Die Akrobatik mit „Verfassung“ und „Gesetzgebung“ ist scheinheilig und verlogen. Die Knechte brauchen keine „gesetzlich geregelte mehr oder weniger „gnädigen“, „nächstliebenden“, „barmherzigen“ Herren, sondern keine Herren.

 

Wenn in lokalen Märkten die „Arbeit“ nicht nachgefragt wird, muß der „Arbeitssklave“ zu regionalen Märkten auswandern, um seine Arbeitskraft im beinharten Wettkampf „Jeder gegen Jeden“ dem Meistbietenden zu verkaufen. Die Märkte sind stets Käufermärkte. Der Wirkzusammenhang dieses Vorganges ist grundlegend.

 

Die Kaufangebote erstrecken sich von Niedriglöhnen für einfache Arbeiten bis zum Höchsthonorar für „Beratertätigkeiten“. Gemeinsam teilen sie sich die Zwangslage, je nach Bedarf des Käufers „eingekauft“ und/oder „gefeuert“ zu werden. Mit einem Unterschied. Die „Niedriglöhner“ verkaufen sich, um ihre physische Existenz zu sichern. Die „Besserverdienenden“, beginnend mit Erziehern, verkaufen sich, um reich und reicher zu werden auf Kosten der meisten „Arbeitssklaven“.

 

Dieser grundlegende Wirkzusammenhang gilt, ganz gleich, wie auch die zum Veräußern ihrer Arbeitskraft gezwungenen Menschen etikettiert werden. Dieser grundlegende Wirkzusammenhang gilt unabhängig von der Größe der jeweiligen Regionen. Diese „Arbeitssklaven“ sind je nach der „politischen“ Opportunität Wanderarbeiter, Auswanderer, Flüchtlinge, Asylanten, Einwanderer, Zuwanderer und so weiter, und so weiter.

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Ein weiterer grundlegender Wirkzusammenhang ist, daß ein Einwanderer stets ein „Vertriebener“ und „Vertreiber“ zugleich ist. Es gäbe keinen Einwanderer, wenn es keine Auswanderer gäbe. Die mit Gewalt durchgesetzte Bildung von „Eigentum“ führt zu Wanderungsbewegungen. Diese gesellschaftlich bedingten Wanderungen haben mit den Wanderungen der Nomaden nichts zu tun. Nomaden wandern kollektiv und nicht individuell.

 

Die Frage drängt sich auf, wer wandert aus, bzw. wer kann nicht auswandern. Die eher seltenen katastrophenbedingten Auswanderungen sind in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung. Die ärmsten Besitzlosen können nicht auswandern. Die ärmsten Besitzlosen haben keinen Zugang zum Erlernen von „Fertigkeiten“, die auf den Märkten anderswo teurer gehandelt werden. Sie werden nirgendwo einwandern dürfen. Auswanderer sind die „reichen“ Besitzlosen, die sowohl über mobile „Vermögen“ wie auch über verkäufliche Qualifikationen verfügen.

 

Der Wille zur Auswanderung steht in einem direkten Zusammenhang mit den Möglichkeiten der Einwanderung anderswo. Die Möglichkeiten der Einwanderung stehen im direkten Zusammenhang mit Qualifikationen zur Arbeit. Die Auswanderer rechnen sich aus, wo sie ihre Arbeitskraft zu höherer Preisen anbieten können. Die auswandungswilligen Besitzlosen sind die wirtschaftlich Bessergestellten. Sie wären am ehesten fähig, im eigenen Gebiet um die Erhöhung des Kaufpreises der Ware Arbeit zu kämpfen. Dann wären alle Besitzlosen solidarisch miteinander. Fakt ist, daß den reicheren Besitzlosen das Hemd näher ist als die Solidarität mit den übrigen „Sklaven“. Auswandernde reichere Besitzlose sind stets Flüchtlinge im wahrsten Sinne des Wortes. Aus der Natur der Sache heraus. Flüchtlinge lassen die meisten ihrer Leidesgenossen zurück in Leid.

 

Es gäbe keine Auswanderer, wenn keine „Lockrufe“ aus fremden „Sklavenmärkten“ potentielle Auswanderer erreichen würden. Die Bandbreite der „Lockrufe“ an dem einen Ende dieser „Einmischung“ ist „Propaganda“, an dem anderen Ende ist es „Krieg“ auf fremden Gebieten. Das Ziel ist die Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft. Die Einwanderer mutieren sich zu Flüchtlingen, wenn sie sich in den Arbeitssklavenmärkten nicht verkaufen können. Flüchtlinge mutieren sich zu Asylanten, wenn sie nicht zurück wollen und wie auch immer begründen können, warum sie nicht zurück können.

 

Gäbe es keine ungleiche Verteilung des Bodens, würde es auch keine „Auswanderer/Einwanderer“ geben. Alle kreativen Begriffe zwischen Einwanderer und Asylant sind Nebelkerzen, um die eingesessenen ärmeren Besitzlosen irrezuführen. In einer Ordnung der ungleichen Verteilung steht das Interesse des Individuums höher als das Interesse der Gemeinschaft. Die Auswanderer sind Flüchtlinge aus der einstigen Gemeinschaft. Flüchtlinge bekommen einen besseren Start, wenn sie sich als Verfolgte, als Vertriebene verkaufen können.

 

Die Einwanderer müssen sich im Einwanderungsgebiet behaupten. Sich behaupten heißt, sich mit dem Plakat über ihre Qualifikation auf den von Käufern bestimmten Märkten aufstellen. Sie müssen den einheimischen ärmeren „Sklaven“ den Kampf ansagen. In der Regel ist es so, daß die Einwanderer ein Teil der Einheimischen aus ihrer gesellschaftlichen Stellung „vertreiben“. Die Gesamtmenge der Nachfrage nach „Sklaven“ verändert sich durch das zusätzliche Angebot durch die Einwanderer. Die „Sklavenhalter“ bekommen eine vergrößerte Auswahl beim Einkaufen der „Arbeit“. Die größere Auswahl drückt auf den Preis der Ware Arbeit insgesamt. Die Käufer sind im Gebiet der Einwanderung stets die Gewinner. Verlierer sind die besitzlosen Armen, hüben wie drüben.

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Zu Beginn dieses Blogs habe ich die veröffentlichten und öffentlichen Erörterungen in Deutschland flächendeckend primitiv bezeichnet. Ich nehme diese Bezeichnung zurück. Die veröffentlichten und öffentlichen Erörterungen in Deutschland sind flächendeckend scheinheilig und verlogen. Die reicheren Besitzlosen dienen als „intellektuelle Prostituierte“ zur skrupellosen Vernebelung und Verfälschung der wirklichen Verhältnisse. Nicht nur in Deutschland. Die Bandbreite dieser Prostituierten beginnt mit „Erziehern“ auf der untersten Ebene und endet mit „Beratern“ auf der höchsten Ebene.

 

Die „intellektuellen Prostituierten“ decken wirkliche Zusammenhänge zu. Sie sind der dienende Bestandteil des industriellen Komplexes zur Herstellung von emotionalen Ausbrüchen und Befindlichkeiten. Das Grundschema bei unserem Beispiel „Asylanten“ ist primitiv aber wirkungsvoll. „Andere“ trachten um die Teilhabe „unseres“ Reichtums. „Wir“ sind reich, weil der Gott es will. Der Gott hilft nur den Tüchtigen. „Wir“ müssen einerseits „barmherzig“ sein, anderseits müssen „Wir“ auch „unseren“ Reichtum retten. Wie sollen „Wir“ sonst barmherzig bleiben können? Die Variationen dieses Grundtenors sind beinahe unbegrenzt. Immer neue Variationen verhindern Rückblicke, Denken und Nachdenken. Die „Memory“, also die Erinnerung wird tendenziell kleiner als die Festplate des „Smartphones“.

 

Bald könnten die noch einigermaßen erhalten gebliebenen geschichtlichen Fixpunkte zugeschüttet sein. Wir erinnern uns. Der Alexander von Makedonien, überfiel keine Gebiete, in denen keine Beute zu machen war. Die Kreuzzüge der Europäischen Christen hatten wenig mit dem „Kreuz“, aber viel mit Beute zu tun.

 

Die Osmanen überfielen Byzanz nicht nur um Beute zu machen, sondern auch fremde Gebiete in Besitz zu nehmen. Samt Menschen. Für Beute, für Ausbeutung des Bodens und für Arbeitssklaven. Sie blockierten den Landweg vom ärmeren Europa zum reichen Indien und China. Im 15. Jahrhundert. Die Suche nach dem Seeweg nach Indien und China begann. Diese Zäsur hat die Geschichte eingeleitet, die andauert bis in unsere Tage.

 

Grundsteine legt die Iberische Halbinsel, sie ist seiner Zeit das europäische Armenhaus. Sie kann den geopolitischen Vorteil nutzen. Das offene Meer. Diese Geschichte ist ausführlich erzählt in meinem Blog:

„Armut? Armut fällt vom Himmel Teil II.

Fällt etwa auch Reichtum vom Himmel?“

 

Hier sind nur die Leuchttürme in aller Kürze. Der portugiesische Prinz Henrique de Avis, eigentlich bekannt als „Heinrich der Seefahrer", erobert die nordafrikanische Stadt Ceuta in 1415. Ceuta ist reich. Ganz Afrika ist reich. Eroberungen sind schon immer Raubzüge. Das arme Europa mobilisiert seine Ressourcen für Raubzüge in fremden Gebieten. Nach Ceuta werden „erobert“ Madera in 1419, die Azoren in 1427, das Kap Bojador in 1434, der Rio do Ouro in 1436, das Kap Branco in 1441, das Kap Verde in 1445, Golf von Guinea  in 1460, die Goldküste in 1471, die Kongo-Mündung in 1482, das Kap der Guten Hoffnung in 1488.

 

Der Papst Nikolaus V segnet 1455 diese Raubzüge gegen Muslime und gegen „Heiden“ über "Cape Bojador" und im weiter südlicheren Afrika mit der päpstlichen Bulle "Romanus Pontifex" ab. Allerdings mit einer Einschränkung. König Afonso V von Portugal sollte dabei eine imaginäre Linie respektieren, die sich vom Arktis Pol aus dem Norden zum Antarktis Pol in den Süden erstreckte. Westlich dieser Linie sollte die Domäne des spanischen Königs bleiben. Diese Teilung der nicht-europäischen Welt wird Jahre später von Papst Alexander VI durch die päpstliche Bulle "Inter caetera" in 1493 bestätigt.

 

Diese päpstlichen Bullen sind die erste globale Kriegserklärung der europäischen Christen gegen die übrige Menschheit, die den Namen „Welt Krieg“ verdient. So bekommen die Könige von Portugal und Spanien die Lizenz des Vatikans, alle möglichen fremden Länder anzugreifen, zu erobern und zu annektieren, aber nicht mehr gegeneinander zu kämpfen. Diese Vereinbarung wird dann im "Vertrag von Tordesillas" in 1494 festgehalten. Dieser Krieg ist zu Beginn durch zwei "Leuchttürme" markiert: Christoph Kolumbus und Vasco da Gama.

 

Im Wettlauf um den Seeweg nach Indien finanziert das spanische Königspaar Ferdinand II von Aragón und Isabela I von  Kastilien in 1492 Christoph Kolumbus aus Genua Raubzüge nach Portugiesischem Vorbild, eine Seereise westwärts auf der Suche eines anderen Seeweges und er wird fündig. Ein bis dahin im Süden Europas unbekannter reicher Kontinent. Christoph Kolumbus und seine Nachfahren sind gierig, berauscht, liquidierten die ursprünglichen Bewohner und rauben. Später merken sie, daß ihnen zur nachhaltigen Ausbeutung menschliche Arbeitskraft fehlt. Der tote Mensch ist wertlos.

 

Die portugiesischen "Prinz Henriques bzw. die Nachfahren vonHeinrich der Seefahrersind etwas weitsichtiger. Statt beim totalen Raub Menschen zu liquidieren, machen sie aus besiegten Opfern gefangene Sklaven für Arbeiten. Bald werden Sklaven auch Handelsware. Die Nachfrage für diesen Menschenhandel kommt aus dem fernen unbekannten reichen Kontinent, aus den neuen "spanischen Besitzungen". Die Nachfahren vonHeinrich der Seefahrer“ machen in Afrika Jagd auf Männer, diese zu versklaven. Dies ist der Beginn des europäisch−christlichen Menschenhandels, der auch heute mit vielfältigen Gesichtern blüht, die Vermarktung der Ware Mensch.

 

In 1498 findet Vasco da Gama, Graf von Vidigueira, einen Seeweg um Afrika herum nach Indien. Die Winde und Strömungen bringen ihn nach Callicut an der Westküste Indiens. Er gerät in die Klemme. Die südliche Westküste ist dicht besiedelt. Callicut ist ein reger Handelsplatz. Viele arabische und chinesische Handelsleute sind dort fest verwurzelt. Er hat keine Handelswaren, sondern nur Waffen und Soldaten.

 

Die erfolgreiche Strategie der Errichtung von Stützpunkten wie in Afrika funktioniert in Indien nicht. Vergeblich versucht er sich als Botschafter des Königs von Portugal zu verkaufen. Gastgeschenke hat er auch nicht. Aber es gelingt ihm vor dem Fliehen aus Callicut in einer „Nacht und Nebelaktion“ einen Raubzug an der nördlichen Peripherie zu unternehmen und auch ein paar Menschen als Sklaven an Bord zu nehmen. Er segelt nordwärts auf der Suche einer einsamen Bucht. Er wird fündig in der Nähe von Goa nach über 600 Kilometern segeln. Er muß dort „überwintern“. Die Winde und Strömungen lassen nur einen jährlichen Rhythmus zu.

 

Er spezialisiert sich notgedrungen auf kleinere Raubzüge landeinwärts und macht nur so viel Sklaven, wie als Arbeitskraft bei dem Zurücksegeln erforderlich ist. Die Soldaten und die Waffen bleiben zurück. Jährlich wird dort ein schlagkräftiger Stützpunkt aufgebaut. Nach 12 Jahren, in 1510 besetzen portugiesische Räuber auch Land nach Beutezügen. Vor Ort sind nicht genug Portugiesen, um das besetze Land zu halten. Was tun?

 

Der europäisch−christliche Handel mit Sklaven bekommt ein zweites Gesicht. Einheimische, aber nicht Vorort lebende Menschen einkaufen. „Anwerbeaktionen“, „Wanderungen“, „hire and fire“ mit eingeschloßen. Seither hat der Handel mit „Sklaven“ (Arbeitskraft mit möglichst niedrigen Kosten), je nach Opportunität, viele Masken bekommen. Dies ist der Beginn einer neuen Ära, die Ära Vasco da Gama. Diese Ära setzt sich, wie schon erwähnt, immer noch fort. Europäische Christliche Moral? Was ist Moral?

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Die Raubzüge in Übersee erfordern Waffen, Menschen, Proviant und Süßwasser. Das Süßwasser ist nur für wenige Tage halbar. Für die Versorgung mit Süßwasser muß fremdes Gebiet angesegelt werden. Also Stützpunke. Die Schiffe (Karavelle) sind klein: Länge ca. 25 m, Tragekraft bis 48 t, bis 20 Mann Besatzung. Der Bedarf an der höchst möglichen Zahl an Besatzung ist dadurch bedingt, daß die „Stützpunkte“ immer erweitert werden müssen. Und seinerzeit sind die Menschen in Europa billig. Sterben doch welche durch unmenschliche Reise-Bedingungen, können sie durch gefangene Afrikaner, durch Sklaven ersetzt werden. Beim Hinsegeln sind die Schiffe voll mit Waffen und Haudegen. Beim Zurücksegeln sind die Schiffe voll mit Beute und Sklaven.

 

Vasco da Gama ist 1499 zurückgesegelt mit einer Beute und Sklaven, deren Marktwert sechzig Mal höher gewesen sein soll als die bis dahin getätigte gesamte Investition. Er wird auch reichlich belohnt. Der Erlös wird angelegt in Schiffbau und Waffenproduktion. Vorläufer zur „industriellen Warenproduktion“.

 

Vasco da Gama wiederholt seine „Entdeckungsreise“ und andere "Vasco da Gamas" folgen immer wieder für "christlich-europäische" Entdeckungen in einem Jahresrhythmus. 1510 vertreiben die Portugiesen den muslimischen König von Goa. Portugal hält Goa für 450 Jahre zur nachhaltigen Ausbeutung.

 

Es ist bemerkenswert, daß kein einziger „Denker und Dichter“ im christlichen Europa je diesen christlichen Krieg mit Raub, Mord, Völkermord, Besatzung und Ausbeutung als Unrecht bezeichnet hat. Das Unrechtsbewußtsein ist dem christlichen Europa fremd. Außerdem: „Geld stinkt nicht“. Eine scheinheilige Rechtfertigung, die die europäischen Christen vom alten Rom bedenkenlos übernommen haben, wie auch viele andere Untugenden.

 

Alle nicht christlichen Kontinente zu der Zeit produzieren materielle Güter und Kultur im Überfluß. Verteilungsprobleme haben sie nicht. Zum Austausch von Gebrauchsgütern reisen sie weite Strecken. Zu Lande, wie zur See. Unbewaffnet. Überfälle sind ihnen fremd.

 

Die hungrigen europäischen Christen überraschen die nicht christlichen Kontinente mit der christlichen Brutalität. Sie haben ein leichtes Spiel. Dem Raub folgt das Klauen: Handwerkliche Techniken und Verfahren zur Herstellung vielfältiger Produktpalletten so wie kulturelle Errungenschaften. Dann Ersetzen sie den Austausch von Gebrauchsgütern durch „Handel“. Märkte und die marktbeherrschenden „Regeln“ des Handels entstehen.

 

Der Gebrauchswert der Gegenstände wird ersetzt durch den Warenwert und den Preis. Rohstoffe werden zu „Preisen“ ausgeführt und daraus hergestellte „Waren“ zu Preisen wieder eingeführt, sodaß die Produktion der Waren vor Ort teurer wird als die Einfuhr. Die überlieferten Fertigkeiten verkümmern. Die Besatzer setzen mit der Besatzungsgewalt dieses Verhältnis der „Arbeitsteilung“ durch.

 

Die Höhe der „Löhne“ für die Produktion von Rohstoffen richtet sich nach dem „Einfuhrmarkt“ in Europa. Dies ist der Wirkzusammenhang, der hinter dem Begriff Ausbeutung versteckt wird. Billigst möglicher Preis für Löhne und Rohstoffe bei der Ausfuhr aus besetzten Gebieten und den maximalen Gewinn für die eingeführten Fertigprodukte in den besetzten Gebieten. Dieser Wirkzusammenhang wird hinter den „Begriffen“ wie „Terms of Trade“, Handelsvereinbarungen versteckt und reguliert durch wohlklingende angebliche „internationale“ Einrichtungen: Weltwährungsfond, Welthandelsorganisation, Weltbank, und viele andere Welteinrichtungen.

 

Dies ist der Wirkzusammenhang wie einst reiche Gebiete zu „Armenhäusern“ verwandelt worden sind und wie die europäischen Christen Grundsteine für ihren gegenwärtigen Reichtum gelegt haben. Sie haben keine Erinnerungen mehr. Wie Roboter singen sie das Lied von der Gnade Gottes, gepaart mit „Tüchtigkeit“ einzelner, vor allem ihrer „Könige“, „Fürsten“, „Freiherren“, „findigen Unternehmer“, „Denker“ und „Dichter“.

 

Der Raubgewinn der europäischen Christen aus fremden Gebieten und die hemmungslose Ausbeutung der Natur haben die „industrielle Warenproduktion“ in Europa ermöglicht. Die handwerklichen Fertigkeiten sind geklaut geworden. Die Arbeitsvorgänge werden zunehmend den „Robotern“ übertragen. Intensiver Verbrauch von Energien ist dafür notwendig. Energien werden gewonnen durch rücksichtlose Ausbeutung der Natur. Daß bei dieser Übung die natürlichen Lebensgrundlagen auch ihrer Kinder und Enkel zerstört werden, interessiert wenige. Hauptsache ist der Profit. „Geld stinkt nicht“.

 

Einst reiche Gebiete werden zu Lieferanten von Rohstoffen, zu Käufern fremder Produktionen, zu „Arbeitern“ für fremde Rechnungen gezwungen. Auf allen Ebenen. Der europäisch−christliche Handel mit Sklaven bekommt ein drittes Gesicht in der Ära Vasco da Gama. Überall in den einst reichen Gebieten werden die „neuen“ Ausbildungseinrichtungen eingeführt. Das Ziel? Ein britischer „Macher“ namens Thomas Babington Macaulay hat 1835, wie schon gesagt, beispielhaft unzweideutig ausgesprochen:

Wir müssen im Augenblick alles tun, um eine Klasse zu formieren, die Vermittler werden könnte zwischen uns und den Millionen von Menschen, über die wir herrschen; eine Klasse von Personen, Inder in Blut und Farbe, aber englisch im Geschmack, in den Meinungen, in den Moralvorstellungen und im Intellekt. Dieser Klasse können wir es überlassen, die einheimischen Sprachen des Landes zu verfeinern und mit wissenschaftlichen Begriffen, entliehen der westlichen Nomenklatur, anzureichern. Darüber hinaus sie schrittweise mit geeigneten Medien ausstatten, damit sie der großen Masse ihrer Bevölkerung Wissen vermitteln kann.

 

Dieses Programm ist in allen einst reichen Gebieten verwirklichst worden. Diese „Neue Klasse“ herrscht heute überall. Diese „Neue Klasse“ setzt stellvertretend die weltweite Ausbeutung der Menschen fort, Menschen die nichts anderes besitzen als ihre Arbeitskraft. Die Aufkäufer der „Arbeitssklaven“ sitzen in den Zentren der Macht und Herrschaft. Weltweit.

 

Die Ausbeutung ist so weit fortgeschritten, daß das Leben vieler Menschen in den einst reichen Gebieten nicht möglich ist. Wie gewissenlos, scheinheilig und verlogen müssen die Nachfahren von Christoph Kolumbus und Vasco da Gama sein, wenn Sie ihre „Humanität“ und „Entwicklungshilfe“ zur Schau stellen?

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Jene Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler, die die veröffentlichten und öffentlichen Erörterungen über „Asylanten“ maßgeblich tragen, werden sich kaum erinnern wollen, daß 1990 ein Spielfilm namens „Der Marsch“ im Deutschen Fernsehen zu sehen gewesen ist. Die Norweger durften den Film auch im Fernsehen sehen. Die British Broadcasting Corporation (BBC) hat diesen 100minutigen Spielfilm produziert aber noch nicht weiter vertrieben.

 

Der Irische Dichter und Kritiker David Wheatley (1970) hat Regie geführt. Der Waliser Schriftsteller William Benedict Nicholson (1948) hat das Drehbuch geschrieben. Erzählt wird die Geschichte:

Aufgrund des Klimawandels sind große Teile Afrikas arm geworden. Sie werden langsam sterben. Doch zehntausende Afrikaner machen sich auf den Weg nach dem reichen Europa. Sie wollen sterben. Aber Europa soll zuschauen. Sie sind arm, weil Europa reich ist. Zum Schluß des Filmes landen zehntausende in Booten auf europäischem Boden. Bewaffnete Soldaten erwarten sie.

 

Die europäisch−christliche „Informationskultur“ verträgt diese Art von Information nicht. Selbst diese verkürzte Wiedergabe der Geschichte der Verarmung Afrikas ist ungeeignet für Menschen in Europa. Sie sollen nicht wissen, wie sie reich geworden sind. Sie sollen glauben: Sie sind reich, weil sie tüchtig sind. Der allmächtige Gott ist nur den Tüchtigen gnädig. Aber das Leben ist voller Überraschungen. Der Film „Der Marsch“ ist nicht ganz verschwunden:

https://www.youtube.com/watch?v=IFeu8jEQ2TA

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Aber zurück zu Auswanderung /Einwanderung. Vor Moses ist das Thema Auswanderung /Einwanderung nicht überliefert. Seither wissen wir, daß nur ein Teil der Menschen aus Auswanderungsgebieten in der Lage gewesen ist auszuwandern und daß die Eingewanderten sich in den Einwanderungsgebieten nützlich machen. Beim Nützlichmachen verdrängen sie die unteren Schichten weiter nach unten. Die Eingewanderten sind qualifiziertere Arbeitskräfte. Wir müssen auch wissen, daß die Auswanderungsgebiete stets Netto−Verlierer sind. Die Auswanderer ersetzen der Gesellschaft die Kosten nicht, die sie bis zur Auswanderung verursacht haben. Die Käufer der „Arbeitssklaven“ in den Einwanderungsgebieten gewinnen immer. Ein größeres Angebot an Arbeitskräften senkt die Arbeitskosten für Besitzer von Produktionsmitteln. Die ärmeren Arbeitssklaven verlieren immer.

 

Die Marktdominanten Käufer der „Ware Arbeitskraft“ senden Lockrufe aus. Dies hat in der jüngeren Geschichte, in der Phase des Überganges der handwerklichen Produktion zur „industriellen Produktion“, eine starke Binnenwanderung in Europa von den östlichen zu den westlichen Gebieten verursacht. Der wesentliche Unterschied zwischen der handwerklichen Produktion und der „industriellen Produktion“ besteht, wie schon erwähnt, in der Art und Weise der Verwendung von Energie. Das Handwerk ist mit der Energiespende des Menschen ausgekommen. Das Heranziehen von Wind− und Wasserenergie hat zur Erhöhung der Produktivität des Handwerkes geführt. Die „industrielle Produktion“ ist mit Wind− und Wasserenergie nicht ausgekommen. Energie aus Kohle, Öl und Atom war erforderlich.

 

Die Entwicklung von Schwerpunkten der „industrieller Produktion“ ist zunächst vom Vorkommen der Kohle bestimmt. Die Besitzer von Produktionsmitteln verlassen sich nicht auf Absenden von Lockrufen allein. Sie arbeiten mit allen Mitteln daran, billigst Arbeitskräfte mit geringen Fertigkeiten (Hilfsarbeiter) bis höchstmöglichen Fertigkeiten (Manager) unter „Vertrag“ zu bekommen. Der „Markt“ der Verträge wird von Käufern bestimmt.

 

Wo Märkte da sind, sind die „Makler“ nicht fern. Das „Handeln“ mit der Arbeitskraft des Menschen ist prinzipiell Sklavenhandel. Die „Headhunter“ sind Sklavenhändler auf „vornehmeren“ Ebenen. Es ist nicht von Bedeutung, wann, wo, wie dieser Sklavenhandel begonnen hat, oder wann, wo, wie dieser Sklavenhandel immer maskiert wird. Es kommt darauf an, daß die meisten von uns Ware geworden sind, indurtriell verwaltet und wir uns so schwer tun, wieder Mensch zu werden.

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Vieles wird vergessen, vieles wird verdrängt. Es gibt in Deutschland nicht wenige Menschen, die „Trümmerfrauen“ gewesen sind. Es gibt in Deutschland nicht wenige Menschen, die aus der Gefangenschaft ferner Länder nach Hause gekommen sind. Erzählen diese Menschen ihre Lebensgeschichten nicht? Es müßten ja auch 12 bis 14 Millionen Deutsche aus Mittel- und Osteuropa wieder nach „Deutschland“ zurückgekommen sein. Als Flüchtlinge, versteht sich. Welche Geschichten haben sie erzählt außer, daß sie nach einem verlorenen Krieg aus Mittel- und Osteuropa haben flüchten müssen?

 

Den Begriff Heimatvertriebene will ich nicht kommentieren. Es kann nicht vergessen sein, daß diese „Flüchtlinge“ ohne den frühen Verfall des „Tausendjährigen Deutschen Reiches“ in Mittel- und Osteuropa „Herrenmenschen“ geblieben wären. Es ist auch nicht vergessen, daß diese Flüchtlinge in der BRD keine „Sozialhilfeempfänger“ geworden sind. Die „Sozialhilfeempfänger“ in der BRD sind jene Menschen, die auch im „Tausendjährigen Deutschen Reich“ arm und an den Untaten der Nationalsozialisten unbeteiligt gewesen sind.

 

Die beiden Frontstaaten, die BRD und die DDR, werden 1949 als Folge des entbrannten „kalten Krieges“ nach 1945 in Deutschland gegründet. Verläßliche Statistiken über die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland sind erst ab 1950 überliefert. Berlin behält lange Jahre einen „Sonderstatus“. Die Bevölkerung in der BRD zählt 48,189 Mio. und die DDR 17,199 Mio. Menschen in 1950. Im Jahre 1960 zählt die BRD 53,583 Mio. Menschen. Wie ist dieser Zuwachs an der Bevölkerungszahl in der Höhe von 5,394 Mio. zustande gekommen?

 

Die Bevölkerung in der DDR zählt in 1960 16.116 Mio. Menschen, also 1.083 Mio. weniger. Die „Lockrufe“ des Wirtschaftswunders in der BRD haben funktioniert. Arbeitsfähige „Flüchtlinge“ sind aus der DDR gekommen. Menschen anderer „Ostblockländer“ Länder erhören dieselben Signale und kommen. So setzen sie die „tradition“ der „Fremdarbeiter“ nach Westen seit der frühen Phase der „Industriealisierung“ fort, wenn auch unter unterschiedlichen „Masken“. Die Bandbreite der „Lockrufe“ ist breit.

 

Doch reichen die „Lockrufe“ nicht aus. Die volle Entfaltung des Marschallplans in der BRD und die Errichtung der BRD als Frontstaat im „kalten Krieg“ gegen den „Kommunismus“ erfordern mehr „Arbeitssklaven“ als einst bei den Nachfahren von Christof Kolumbus im „neuen Kontinent“. Der „Marschalplan“ muß schon immer für so viele Verlogenheiten herhalten. Heute noch. Was ist der Marschalplan? Wer weiß noch, was der Marschalplan gewesen ist?

 

Unmittelbar nach der Berufung des Fünf-Sterne-Generals George C. Marschall zum „USA“−Außenminister kündigt er am 5. Juni 1947 das „European Recovery Program“ zur „Wiederherstellung“ Europas, den „Marshallplan“ an. Drei Beweggründe werden öffentlich bekanntgemacht:

  • Hilfe für die notleidende Bevölkerung Europas,
  • Eindämmung der UdSSR und des Kommunismus und
  • Schaffung eines Absatzmarktes für die Überproduktion in den „USA“.

Der „Marshallplan“ ist ein Kampfinstrument. Die Geschichte des Marshallplans ist ausführlich im Zusammenhang erzählt in meinem Blog:

Das Grundgesetz, Nachdenken über Demokratie – namentlich über die deutsche Spielart. Teil IX.

Gedanken zu: Macht, Medien, Manipulation, Moral.

 

Aber zurück zum Bedarf nach mehr „Arbeitssklaven“ im Frontstaat BRD. Der „Sklavenhandel“ erhält nun eine neue Maske. Die BRD schließt mit Italien in Dezember 1955 ein „Anwerbeabkommen“. Die BRD−Unternehmen dürfen in Italien die dringend benötigten Arbeitskräfte einkaufen. Die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit, eine Einrichtung des BRD−Staates, organisiert nach der „freiheitlich demokratischen Grundordnung (FDGO)“ die Logistik und besorgt den Einkauf von „Arbeitssklaven“. Italien ist halt kein „Frontstaat“ im „kalten Krieg“. Weitere „Abkommen“ folgen mit Griechenland und Spanien. Diese „Sklaven“ werden als „Gastarbeiter“ tituliert.

 

Bis zum „Mauerbau“ in August 1961 verliert die DDR etwa 1.5 Mio. junge „Fachkräfte“ an die BRD. Seit dem September 1961 sind „Türken“ dran. Es reicht nicht. „Arbeitssklaven“ folgen aus Marokko, Südkorea, Portugal, Tunesien und Jugoslawien. Die Bevölkerungszahl in der BRD ist im Jahre 1970 gewachsen auf 58,879 Mio. Die Bevölkerungszahl in der DDR bleibt nach dem „Mauerbau“ bei etwa 16 Mio. Menschen.

 

Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler sind beschäftigt, den Zusammenhang zwischen dem Import von Kapital und „Arbeitssklaven“ einerseits, und dem Exportüberschuß anderseits zu verschütten. Die Mogelpackung „European Recovery Program“ des Fünf-Sterne-Generals George C. Marschall als „USA“−Außenminister ist der Startschuß zum heißen „Kalten−Krieg“.

 

Die „USA“ als der Hauptkriegsgewinnler erschließt im zerstörten Europa einen Absatzmarkt für ihre Überproduktion. Sie gewährt „Unternehmern“ Kredite zum festen Wechselkurs von 4.20 DM zum „US−$“. Die „Reparationszahlungen an die westlichen Siegermächte sind storniert. Die Produktionsanlagen sind die Neuesten. Die meist zerstörte BRD kann auf ein Heer von billigen deutschen „Arbeitssklaven“ zurückgreifen. Die Produktionskosten sind billig. Es wird kräftig für den Export produziert.

 

Dieser Vorgang zwischen Ende 1947 und 1951 wird verschleiernd „Korea−Boom“ genannt. Alle arbeitsfähigen Deutschen in der BRD sind im „Beschäftigungsverhältnis. Bis 1955 ist in der BRD die „Vollbeschäftigung“ erreicht. Aber warum nicht noch mehr Profit aus dem günstigen „Standort BRD“ herausholen? Warum nicht für mehr Export produzieren? Warum nicht andere „Warenproduzenten“ aus dem Markt drängen? Was fehlt, sind noch mehr billige „Arbeitssklaven“. In Griechenland, Italien, Jugoslawien, Marokko, Spanien und Türkei sind sie noch billiger. Der industrielle Komplex der Macht−Medien−Manipulation hat auch diese an sich unverfängliche Geschichte der „Gastarbeiter“ in der BRD mit vielen Nebelkerzen verschleiert. Darüber in einer Weile mehr.

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Auf einer elementaren Ebene betrachtet, ist der zentrale Wirkmechanismus der „kapitalistischen Produktionsweise“ einfach. Sie geht zurück auf die Erfindung vom „Markt“. Der Markt regelt das „zivilisierte“ Leben. Die zauberhafte Formel: Das „Angebot und die Nachfrage“. So wird es uns laut und wiederholt glauben gemacht. Glauben macht blind und vergeßlich.

 

Wir wissen: Der Markt wird als ein zentraler Ort kreiert von jenen handwerklichen Herstellern von Gebrauchsgegenständen, die mehr als ausschließlich den bedarfsorientierten Austausch wollen. Sie wollen ihre hergestellten Gebrauchsgegenstände profitbringend verkaufen. So verwandeln sich Gebrauchsgegenstände zu Waren und die Handwerker zu Händlern. Was ist, wenn es keine Nachfrage gibt? Die Nachfrage ist erzeugbar. Was ist, wenn die erzeugte Nachfrage höher ist als die Kapazität der Herstellung? Arbeitswillige Menschen können in der Nachbarschaft anheuern und anlernen. Diese Menschen müssen ihren „Lohn“ und für den „Arbeitgeber“ einen Profit erwirtschaften können. Dies ist das Grundprinzip des „Unternehmertums“. Eigentlich ein Plagiat. Das Urgrundprinzip ist das widernatürliche Verhältnis: Der Herr und der Knecht.

 

Der "Unternehmer kauft „Arbeitssklaven“ ein. Je geringer der „Preis“, umso größer ist der Profit. Je größer das Angebot von „Arbeitssklaven“ auf dem Käufermarkt, umso geringer ist der „Preis“ für „Arbeitssklaven“. Das Streben der Unternehmer, immer höheren Gewinn zu machen, bestimmen die Wanderbewegungen. Überall. Unmittelbar und mittelbar.

 

Es ist ein Zusammenspiel im Arbeitsmarkt. Ohne Arbeit von Sklaven, keine Warenproduktion. Die Käufer der Arbeit wollen billigst die Arbeit einkaufen. Die Handlungsoptionen der Käufer sind begrenzt. Die Käufer der Arbeit

  • stellen ihre momentanen Profitwünsche zurück oder
  • kaufen zusätzliche Arbeit zu einem höheren Preis auf Kosten der Profitrate oder
  • bewerkstelligen zusätzliche Angebote von „Arbeitssklaven“ auf dem Markt, um den gängigen Preis zu halten oder den Preis herunter zu drücken.

 

Seit geraumen Zeiten wird die dritte Option mit Erfolg praktiziert. Die „Arbeitssklaven“ haben keine Option. Deutschland als „Exportweltmeister“ ist kein Geschenk des Himmels. Bemerkenswert ist die Benennung der billigeren „Arbeitssklaven“ als „Gastarbeiter“. Es ist keine Freudsche Fehlleistung gewesen. Dieser Begriff beschreibt optimal die Sachzusammenhänge. Die Scheinheiligkeit und die flächendeckende Verlogenheit werden später gelernt und propagiert. Willkommenskultur! Neuburger!

 

Die „Sklaven“ fängt man und sortiert sie je nach der Arbeitsfähigkeit. Die „Gastarbeiter“ sind wie „Gäste“ ausgesucht. Nicht jeder Arbeitsfähige wird eingekauft. Die Arbeitsfähigen werden vor Ort gesichtet, geprüft und sortiert. Ihre fachliche und gesundheitliche Eignung als „Gast“. Eine eventuelle Assoziation mit Pferde− und Viehmärkten oder mit Bordellen ist nicht abwegig.

 

Die „Gastarbeiter“ sollten wieder zurück nach Hause. Den neuen „Gastarbeitern“ Platz machen. Der fast vergessenen Überlieferungen zu Folge wird etwa jeder vierte eingekauft. An manchen Tage nur jeder zehnte. Dann folgen Sammeltransporte. Die „Gastarbeiter“ werden „in kurzfristig errichteten Holzbaracken inmitten kleiner Siedlungen bzw. firmeneigenen Wohnheimen untergebracht – wie etwa in Wolfsburg nahe dem Volkswagenwerk. Die Einrichtung ist in der Regel karg. Die meisten Gastarbeiter schlafen in Etagenbetten. Erst 1973 werden Mindeststandards für solche Arbeiterunterkünfte festgelegt.

 

Die Regelung der Aufenthaltsbedingungen ist der Hauptbestandsteil der „Ausländerpolitik“. Am Rande sei vermerkt, das Volkswagenwerk befindet sich seinerzeit noch im Besitz des Staates. Das Verschleudern und Versilbern des Volksvermögens hat noch nicht begonnen. Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler unserer Tage sollten sich an die überlieferte deutsche „Willkommenskultur“ für die Arbeitssklaven erinnern: „Wanderarbeiter“, „Fremdarbeiter“ und „Gastarbeiter“. Der Import von „Arbeitssklaven“ nicht nur in Deutschland hat eine längere Tradition. Der Import von „Arbeitssklaven“ ist eine andere Facette der Ausbeutung jener Gebiete, aus denen die „Arbeitssklaven“ importiert werden.

 

Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler stellen zu keiner Zeit die Frage, was die heimischen „Arbeitgeber“ tun würden, wenn es keine Möglichkeit für den Import von „Arbeitssklaven“ gegeben hätte. Sie erörtern auch nicht, warum von ihnen die „Vollbeschäftigung“ in der BRD erst in den 1960er Jahren proklamiert worden ist, obwohl diese nachweislich bereits 1955 erreicht worden ist.

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Ich nehme die Frage zurück. Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler sind bekanntlich Berufsbezeichnungen unser Tage. Diese Berufe sind begehrt, weil ihre Dienstleistungen weit überdurchschnittlich entlohnt werden. Folglich singen sie auch Lieder der „Herren“ Arbeitgeber. In der Ära Vasco da Gama haben die sogenannten Wissenschaftler, Publizisten, Journalisten und Politiker einen so dichten Dschungel mit „Information“ und Phrasen kreiert, daß ein freier Blick zur Wirklichkeit beinahe unmöglich geworden ist.

 

Der Begriff die Vollbeschäftigung ist einer der wenigen Begriffskreationen dieser „intellektuellen Prostituierten“, der etwas Wahres beschreibt und alltagssprachlich vermittelt ist. Die „Volkswirte“, eigentlich Berichter der wirtschaftlichen Verhältnisse, haben beobachtet, wenn alle arbeitswilligen und arbeitsfähigen zufriedenstellend ihre Arbeitskraft verkaufen können, ist die Vollbeschäftigung erreicht. Was dann? Wie soll dann die „Wirtschaft“ wachsen? Was soll der Staat für Aufgaben haben?

 

Lieber keine Experimente. Die Käufer der Arbeitssklaven haben die Option der Auswahl. Das Gemeinwesen, also der „Staat“ muß sich über die „soziale Fürsorge“ um die „Arbeitslosen“ kümmern. Denn ein Recht aller auf Arbeit kommt diesen Politikern, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftlern nicht in den Sinn. Ein Recht auf Eigentum schon. Schon seit Moses−Zeiten ist das Recht auf Eigentum vom Gott gewollt. In der BRD ist das Recht auf Eigentum sogar zum „Grundrecht“ erhoben.

 

Die Volkswirte, also die Beschreiber der wirtschaftlichen Verhältnisse, sind einig über das Ziel der „Arbeitsmarktpolitik“: „Vollbeschäftigung“ nur tendenziell. Auf dem Arbeitsmarkt sollen nicht alle „Arbeitssklaven“ einen Aufkäufer finden. Also ein Ungleichgewicht von „Angebot und Nachfrage“ soll auf dem Markt bleiben. Mit viel Akribie wird je nach Opportunität eine Arbeitslosenquote bis zu 6% als die erreichte Vollbeschäftigung propagiert.

 

Anders ausgedrückt, in der freiheitlich orientierten Volksherrschaft, so heißt „Demokratie“ auf deutsch übersetzt, wird ein Teil des Volkes als „Arbeitssklaven“ auf dem Markt unverkäuflich bleiben. Nicht weil sie nicht arbeiten wollen. Der von Käufern beherrschte Markt richtet es so. Der „Sozialstaat“ soll sich um sie kümmern.

 

Es hat in der jüngsten Geschichte ein Gegenmodel gegeben. In der niederbekriegten „Volksdemokratie“. Statt einer „Arbeitsmarktpolitik“ hat es dort ein einklagbares „Recht auf Arbeit“ gegeben. Das „Recht auf Arbeit“ ist in der Verfassung des anderen deutschen Frontstaats, in der DDR, verankert gewesen. Diese Geschichte in Zusammenhängen ist ausführlich erzählt in meinen zwei Blogs:

Armut? Armut fällt vom Himmel. Teil III

Sozialhilfe Bedürftige und „Harzt IV“−Empfänger auch?

und

Das Grundgesetz, Nachdenken über Demokratie – namentlich über die deutsche Spielart. Teil IV.

„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Praxis−Vergleich BRD − DDR

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Vieles aus der Geschichte der BRD ist bereits vergraben worden. So zum Beispiel die Periode der Vollbeschäftigung zwischen 1955 und 1973. Bespielsweise die Geschichte, daß schon im Jahre 1955 in der BRD die Vollbeschäftigung erreicht gewesen ist. Kein arbeitswilliger Deutscher, einschließlich der deutschen Flüchtlinge aus Ost− und Mitteleuropa, einschließlich der Flüchtlinge aus der DDR und aus Ländern des „Sowjetischen−Blocks“, ist ohne Arbeit. Weniger als 2 % ist arbeitsunfähig. Alle „Produktionsfaktoren“ sind ausgelastet. Der Bundeshaushalt ist ausgeglichen. Die Wachstumsrate ist 10,5 %. Die Reallöhne steigen um 10 %. Die Deutsche Bundesbank besitzt eine Währungsreserve und einen Goldbestand. Es wird ein Exportüberschuß erwirtschaftet.

 

Es ist aber für einen „Frontstaat“ nicht genug. Die Besatzungsmächte haben das Sagen. Die BRD ist kein souveräner Staat. Außerdem sind die Löhne für Arbeitssklaven in der BRD vergleichsweise sehr billig. Die Unternehmer sind gierig. Warum auf einen Zusatzprofit durch Steigerung des Exports verzichten?

 

Die Gewerkschaften in der BRD als Interessenvertreter der „Arbeitssklaven“ haben nicht gefragt, was hinter dem „Exportüberschuß“ versteckt wird. Die BRD Produziert mehr Güter als der Eigenbedarf erfordert. Dieser Überschuß wird außerhalb des Landes zu Preisen verkauft, die im internationalen Vergleich billiger sind. Dieser Extraprofit wird nicht geteilt mit den „Arbeitssklaven“. So erarbeiten die „Arbeitssklaven“ den Extraprofit für die Unternehmer zum Null−Lohn. Die Gewerkschaften in der BRD nehmen die systematische Umverteilung des Volksvermögens von unten nach oben hin. Ausbeutung ist ihnen nicht bewußt.

 

Der nicht−souveräne Staat BRD darf, wie schon erwähnt, ab Dezember 1955 in mehreren souveränen Staaten „Arbeitssklaven“ einkaufen. Auch Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler unserer Tage erörtern den Widerspruch nicht: Warum eine „Volkswirtschaft“ mit der erreichten Vollbeschäftigung einen Import von noch billigere „Arbeitssklaven“ gewollt hat und will. Sie besingen stattdessen die Ergebnisse der Exportmeisterschaften. Und die Gewerkschaften? Sie sind die Gewerkschaften der Herrschenden. Folgerichtig ist das „Einkommen“ der Gewerkschaftsführer viel schneller gewachsen als das der „Arbeitssklaven“. Am Rande sei bemerkt, der nicht−kämpfende Teil der „Arbeitssklaven“ erntet die Früchte ebenso, wie der kämpfende Teil, also die zahlenden und streikenden Mitglieder der „Gewerkschaften“. Es soll doch gerecht zugehen. Oder?

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Aber zurück zu „Asyl“, „Asylanten“, Flüchtlingen, Auswanderern, Zuwanderern, Einwanderern, Zuwanderern usw. usw.. Die „Wanderer“ wandern, weil sie ihre Arbeitskraft zu einem teureren „Preis“ verkaufen wollen, als vor Ort möglich ist. Und sie sind im Besitz von „Ressourcen“, die eine Auswanderung möglich machen. Keiner fragt, wie sie zu „Ressourcen“ gelangt sind. Die Auswanderer sind grundsätzlich unsolidarisch und opportunistisch. Sie flüchten aus einem Gebiet, und wandern in ein Gebiet ein, wo der „Preis“ für „Arbeitssklaven“ höher ist.

 

Es ist nicht von Bedeutung, mit welchen Mittel die „Arbeitssklaven“ eingekauft werden, auch nicht aus welchen nahen oder fernen Gebieten die „Arbeitssklaven“ kommen. Von Bedeutung ist, daß der Auswanderer aus seiner Heimat mit seinem mobilen Vermögen flüchtet und als Einwanderer ein besseres Leben anstrebt. Die Auswanderer wissen, wohin sie einwandern können. Sie sind für Lockrufe hellwach.

 

Die Einwanderer sind „Flüchtlinge“. Die „Flüchtlinge“ sind immer, aus der Natur der Sache heraus, „Wirtschaftsflüchtlinge“. Thematisierung der Fluchtgründe zur Kategorisierung der „Flüchtlinge“ soll irreführen. Die Vermarktung diverser Fluchtgründe sind Nebelkerzen für die heimischen „Arbeitssklaven“ im Einwanderungsgebiet. Die heimischen „Arbeitssklaven“ sollen nicht auf die „Barrikaden“ steigen, weil die „Flüchtlinge“ als zusätzliche Konkurrenten auf den von Käufern bestimmten Arbeitsmärkten auftreten. Ein Überangebot drückt auf den Preis. Die Gewinner sind stets die Käufer der „Arbeitssklaven“. Die Verlierer sind die unteren heimischen „Arbeitssklaven“.

 

Wie schon erwähnt, sollten die „Arbeitssklaven“ nach verrichteter Arbeit wieder das Land verlassen. Was geschieht, wenn die „Arbeitssklaven“ das Land nicht verlassen wollen oder die heimischen Arbeitgeber die billigeren „Arbeitssklaven“ länger beschäftigen wollen? Dann mutieren sich die fremden „Arbeitssklaven“ auf Zeit zu „Flüchtlingen“. Und dann ist die „Ausländerpolitik“ gefragt. „Lohndumping“ ist ein wichtiger Aspekt. Dieser soll nicht den Tatbestand verdrängen, daß ein Einwanderer immer auch ein Vertreiber ist. Die Einwanderer setzen sich gegen die schwachen Schichten der Bevölkerung im Lande der Einwanderung durch. Kein Mittel ist ihnen dabei fremd.

 

Die meisten der „Gastarbeiter“ in der BRD sind nicht zurückgekehrt in das Ursprungsland. Die Unternehmer mußten nicht immer neue „Fremdarbeiter“ anlernen. Selbst als die billigeren „Arbeitssklaven“ sind die „Gastarbeiter“ sozial aufgestiegen. Was wäre ohne den Import von billigeren „Arbeitssklaven“ seit 1955 geworden. Wie heißt es so schön? Unmögliches wird sofort erledigt. Wunder dauern etwas länger.

 

Das Wirtschaftswunder der BRD bekommt Kratzer in 1966. Der 2. Bundeskanzler Ludwig Erhard muß auf Investitionen verzichten. Die erste Rezession. Der „USA“−Präsident Lyndon B. Johnson verlangt Zahlungen in Höhe von 1,35 Milliarden „USA“ $ (etwa 5,4 Milliarden DM) für Besatzungskosten und für den Vietnamkrieg. Was weiß man noch vom „Vietnamkrieg“? Oder von den „Bootspeople“? Cap Anamur? Flüchtlinge aus Vietnam nach der BRD? Profilierungsgeschäfte mit Flüchtlingen?

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Vietnam ist seit Jahrzehntausenden vor der biblischen Schöpfungsgeschichte eine reiche Kulturlandschaft am „Südchinesischen Meer“. Belegt durch archäologische Funde. Seit 1516 wird das Land von europäischen Christen ausgeraubt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hält Frankreich Vietnam nachhaltig als Besatzungsgebiet.

 

Hồ Chí Minh (1890–1969) vereinigt aufständische Gruppen Vietnams als „kommunistische“ Einheitspartei in 1929. Die „Oktober Revolution“ hat Früchte getragen. Der Aufstand in 1930 scheitert. Hồ Chí Minh flüchtet und lebt im Exil in der UdSSR, also nicht als Asylant. Vom Exil zurückgekehrt gründet er in 1941 die „Liga für die Unabhängigkeit Vietnams“, kurz "Việt Minh",  und bekämpft die japanischen und französischen Besatzer. In 1945 unterstützen die „USA“ seinen Kampf gegen Japan.

 

Warum ich die „USA“ immer in Anführung setze? Weil die „USA“ eine Tarnkappe für das schlimmste Verbrechen für europäische Christen ist. Der zweitgrößte Kontinent auf der Erde ist entvölkert worden. Das erste und schrecklichte Völkermord schlechthin. Völkermord ist auch heute der „USA“ nicht fremd. Aber zurück zu Vietnam.

 

Am 2. September 1945 proklamiert Hồ Chí Minh nach der „Augustrevolution“ die Demokratische Republik Vietnam. Aber bei der Beuteaufteilung in der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 wird Vietnam den Briten zugeschlagen. Ab September 1945 besetzen britische und nachfolgend französische Truppen die Stadt Saigon im Süden Vietnams. Der Krieg setzt sich fort.

 

Việt Minh besiegt am 7. Mai 1954 die Franzosen in Điện Biên Phủ. Die „USA“ übernimmt fortan das „Zepter“ und setzt den Besatzungskrieg der Franzosen fort. Die „Genfer Konferenz“ am 21.Juli 1954 teilt das Land entlang des 17. Breitengrades. Eine Marionetten−Regierung im Süden Vietnams wird installiert. Der Befreiungskrieg setzt sich fort. Trotz verstärkter Unterstützung durch die „USA“ versinkt die Marionetten−Regierung in Korruption und Chaos. Die „USA“ erklärt Nordvietnam den Krieg. Kriegsgrund. Am 2. und 4. August 1964 soll Nordvietnam die „USA“−Flotte im Golf von Tonkin im Süd-Chinesischen Meer angegriffen haben. Was hat die "USA" im Süd-Chinesischen Meer zu schaffen gehabt? Keine Fragen, keine Antworten.

 

Ab 1965 führt die „USA“ einen systematischen Luftkrieg gegen Nordvietnam. Napalm−Bomben und Entlaubung durch „Agent Orange“, Dioxin. Im Süden Bodentruppen. Die „USA“ verliert den ersten Krieg in ihrer Geschichte. Südvietnam kapituliert bedingungslos am 1. Mai 1975. Nordvietnam läßt die „USA“−Angehörigen samt ihren prominenten Kollaborateuren flüchten. Andere Kollaborateure müssen zurückbleiben. Auch sie flüchten. Nach und nach. Dies ist Geschichte der „Bootspeople“. Ein Teil von ihnen ist nach Deutschland „gerettet“ worden. Flüchtlinge sind für Viele ein gutes Geschäft auf vielen Ebenen. Sind Kollaborateure einer fremden Macht „politisch Verfolgte“?

 

Moral dieser Geschichte? Nun. In 1971 tauchen Teile der sogenannten Pentagon−Papiere auf. Die Weltöffentlichkeit kann zur Kenntnis nehmen, daß der Vorfall am 2. und 4. August 1964 im Golf von Tonkin eine Lügengeschichte der „USA“−Regierung gewesen ist. Die „USA“ hatte diesen Krieg seit langem zur Bekämpfung der „Kommunisten“ geplant. Einem seinerzeitigen „Edward Snowden“ verdankt die Öffentlichkeit diese Information: Daniel Ellsberg. Er hat legalen Zugang. Er ist beauftragt die Rolle der Präsidenten von Harry Truman bis Lyndon B. Johnson im Vietnamkrieg zu dokumentieren.

 

Daniel Ellsberg wird dennoch wegen Spionage angeklagt. Ihm droht 115 Jahre Haft. Der Prozeß platzt, als ein von der Regierung veranlaßter Einbruch durch Geheimdienstmitarbeiter in die Praxis von Ellsbergs Psychiater und seine illegale Überwachung bekannt wird. Alles schon vergessen? Oder gar verdrängt? Erst am 13. Juni 2011, zum 40. Jahrestag der Erstveröffentlichung von Auszügen der Dokumente, legt die „USA“-Regierung die Pentagon-Papiere vollständig offen. Gesetzliche Vorschrift.

 

Wie schon erwähnt, verlieren die immerfort kriegsführenden europäischen Christen im „neuen Kontinent“ mit dem aufgesetzten „Tarnkappe USA“, in Vietnam ihren ersten Krieg in 1975. Die „USA“ hatten 1955 den Süden Vietnams besetzt, einen Marionettenstaat installiert und 20 Jahre Krieg gegen das Volk in Vietnam geführt.

 

Der Marionettenstaat „Südvietnam“ hat ca. 20 Millionen Menschen. Nach der bedingungsloser Kapitulation, flüchten zwischen 1975 und 1979 ca. sechshunderttausend aus Vietnam. Sie sind ein kleiner Teil jener Kollaborateure, die auf Kosten der Vietnamesen 20 lange Jahre gut gelebt haben. Die „USA“ nimmt nicht alle Kollaborateure auf. Die zurückgebliebenen mobilisieren ihr Gut und Haben, kaufen „Boote“ und flüchten. Dies ist die Geschichte der „Bootspeople“ ohne antikommunistische Propaganda. Einige profilsüchtige Deutsche setzten es durch, daß die BRD, zunächst widerwillig, ca. 40 tausend von ihnen „Asyl“ gewährt. Die Greueltaten der europäischen Christen vertreten auch durch die „USA“ zwischen 1955 bis 1975, gegen das gesamtvietnamesische Volk von ca. 42 Millionen, werden unter die Teppiche gekehrt.

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Über hundertfünfundzwanzig Jahre später, als der Brite Thomas Babington Macaulay 1835 die „neuen Klasse“ in den von europäischen Christen besetzten Gebieten kreierte, beklagt die britische „Royal Society“ über „Brain Drain“ von Großbritannien nach der „USA“. In den 1950er Jahren. Ironie der Geschichte? Wir erinnern uns an die neue Klasse: „…eine Klasse von Personen, Inder in Blut und Farbe, aber englisch im Geschmack, in den Meinungen, in den Moralvorstellungen und im Intellekt“. Der Inhalt hinter dem Begriff „Brain Drain“ ist heute vom öffentlichen Bewußtsein verdrängt worden.

 

Seit 1945 läuft systematisch die Jagd nach fertig ausgebildeten Kräften in fremden Ländern. Ein systematischer Einkauf von „intellektuellen Prostituierten“ zum Nulltarif. Dies ist eine weitere Facette des Sklavenhandels. Um diese Facette des Sklavenhandels zu verdecken, erfindet die britische „Royal Society“ diesen verlogenen Begriff. Wörtlich übersetzt heißt „Brain Drain“: Abfluß von „Gehirn“, von „Intelligenz“. In späteren Erörterungen: Abfluß von „Human−Kapital“.

 

Seit wann ist ein systematischer Einkauf nicht Einfuhr, sondern ein „Abfluß“? Aber ein „Abfluß“ paßt als Täuschung. Es soll glauben gemacht werden, daß die einst reichen Gebiete nicht in der Lage sind, ihre „besten Köpfe“ zu halten. Es soll glauben gemacht werden, daß die „besten Köpfe“ dieser ausgebeuteten Gebiete flüchten müssen. Diese „besten Köpfe“ seien asylbedürftige Flüchtlinge. Ist es nicht barmherzig, diesen Flüchtlingen „Asyl“ zu gewähren?

 

Ist es zufällig, daß dieser Begriff „Brain Drain“ nicht mehr erwähnt wird, obwohl die reicheren Staaten fortwährend systematisch fertig ausgebildete Kräfte einkaufen? Bis in unsere Tage. Warum werden diese „besten Köpfe“ nicht in eigener Regie in den einkaufenden Staaten selbst ausgebildet? Die Ausbildungskosten werden schlicht eingespart, um die Profitbilanz zu steigern und um die ausgebeuteten Staaten in Armut zu pflegen.

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Die „Gastarbeiter“ der BRD als ein wirksames Instrument zur Ausbeutung der „Arbeitssklaven“ und insgesamt zum Zwecke des Exports die Produktion zu steigern, haben überlebt. Wie schon erwähnt bleiben die meisten der „Gastarbeiter“ als „Arbeitssklaven“ in der BRD. Die erwirtschaften Extraprofite durch den Export werden nicht „geteilt“ mit den „Arbeitssklaven“. Die Extraprofite werden investiert zur „Erfindungen“ von „Maschinen“, von Automaten, von Robotern, die tendenziell die Arbeit der „Arbeitssklaven“ ersetzen. Auch die billigen „Arbeitssklaven“ sind teurer als „Maschinen“. Die sogenannte Ölkrise wird als Alibi benutzt, um die Anwerbeagenturen zu schließen. Wir zählen das Jahr 1973. Die Arbeitslosigkeit ist unter 2 %. Die „Sozial−Liberale“ Koalition in der BRD verwaltet die „Herrschaft“ des Staates.

 

Die Käufer der „Arbeitssklaven“ auch in der BRD beginnen scheinheilig die Kosten des Produktionsfaktors Arbeit zurückzufahren, in dem sie Menschen durch „Roboter“ ersetzen. Die „Roboter“ verlangen keine Regelung der Arbeitszeit, werden nicht krank, und „arbeiten“ unaufhörlich. Jene Unterabteilung des Heeres von „Edelsklaven“, die „Industrie –und Betriebssoziologen“, bieten seit dem Beginn der 1970er Jahren ihre Dienste an. Sie erfinden die pfiffige Mogelpackung: „Humanisierung der Arbeitswelt“. Sie verkaufen die jobvernichtenden „Automaten“ als einen Segen für die „Arbeitssklaven“.

 

Die Gewerkschaften und die Sozialdemokraten lassen sich willig aufs „Kreuz“ legen. Sie wollen dem „Fortschritt“ nicht im Wege stehen. Die „Humanisierung der Arbeitswelt“. Die Automation der industriellen Produktion statt „Fließbandarbeit“ ist der Beginn von „Arbeitslosigkeit“, nicht nur in der BRD. Die „Denker“ der Gewerkschaften beginnen große „Reformer“ der Arbeitswelt zu spielen und entpuppen sich bald als Totengräber der Arbeitsplätze. Seit 1973 beginnt die Arbeitslosigkeit zu steigen. Die Edelprostituierten erfinden eine weitere pfiffige Mogelpackung, um das Volk bei der Stange zu halten: Die „strukturelle Arbeitslosigkeit“.

 

Und was ist die „strukturelle Arbeitslosigkeit“? Etwas Unvermeidliches. Eine Arbeitslosigkeit, die vom Himmel fällt. Im „Dreiklang“, der Staat, die Gewerkschaften und die christlich−barmherzigen privaten Unternehmer, singen das Lied des kleineren Übels: Die „strukturelle Arbeitslosigkeit“ ist etwas Unvermeidliches. Sie fällt zwar nicht vom Himmel. Aber sie ist die Folge der „Globalisierung“. Und wer weiß, was „Globalisierung“ ist? Muß man es nicht genau wissen wollen?

 

Begriffe wie diese sind in der Regel Mogelpackungen. Man muß nicht wissen wollen, wie ein Begriff erklärt wird, auch nicht was der Begriff bedeutet, sondern was hinter dem Begriff versteckt wird. Jeder Begriff versteckt konkrete Erfahrungen im Alltag. Die konkreten Erfahrungen des Alltags verstehen alle. Die „Ölkrise“ im Jahre 1973 wird benutzt, sich von der „Sozialen Marktwirtschaft“ zu verabschieden.

 

Die Käufer der „Arbeitssklaven“, die privaten Unternehmer also, drohen an, ihre Betriebe in Billiglohnländern zu verlagern, wenn der Staat und die „Gewerkschaften“ die Kürzung der Kosten für Arbeit nicht hinnehmen. Die Unternehmen müssen ja schließlich auch im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben. Sonst gäbe es noch mehr Arbeitslose. Diese Erpressung durch die privaten Unternehmer hat gefruchtet.

 

Die gesetzlichen Vorgaben wie das Arbeitsförderungsgesetz, die vielfältigen tariflichen Vereinbarungen und selbst die Arbeitslosenversicherung werden demontiert. Verzeihung, nicht demontiert, sondern „sozial verträglich abgefedert“. Viele „Normalarbeitsverhältnisse“ werden „umgewandelt“. Wer will noch wissen, was „Normalarbeitsverhältnisse“ sind? Bis 1973 gilt: Eine unbefristete abhängige Vollzeitbeschäftigung, die als einzige Einkommensquelle zumindest das Existenzminimum sichert. Dies gilt nicht für die „Gastarbeiter“, versteht sich.

 

Das „Soziale“ von der Marktwirtschaft soll der „Sozialstaat“ übernehmen. Der Staat hat das „Soziale“ übernommen. Die Opfer der „Humanisierung der Arbeitswelt“ unserer Tage sind schlechter gestellt als die „Sozialhilfeempfänger“ und als Bezieher der „Grundsicherung“. Diese beiden Gruppen erhalten das „Existenzminimum“, aber nicht von den sogenannten Job Centern. Die Job Center verwalten nur die Bezieher von Arbeitslosengeld II, auch „Hartz IV“ genannt. Diese „Arbeitssklaven“ müssen erst ihr erarbeitetes Vermögen verscherbeln, um das Arbeitslosen Geld II, das Existenzminimum, in Anspruch nehmen zu können. Etwa ein Drittel der Deutschen leben vom Existenzminimum, also von Sozialhilfe, Arbeitslosengeld II und Grundsicherung.

 

Unter den Teppich gekehrt werden die Tatbestände, daß seit 1973 die Arbeitslosigkeit steigt, die Staatsschulden an die Privaten rapide zunimmt, das volkseigene „Tafelsilber“ auf Käufermärkten veräußert wird und die privaten Unternehmen um die „Weltmeisterschaft“ beim Export wetteifern.

 

Unter den Teppich gekehrt wird ebenfalls der Tatbestand, daß bei der Steigerung der „Produktivität“ durch den Einsatz von Robotern der Bedarf an Menschenarbeit abgebaut wird. Doch machen Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler die „Arbeitssklaven“ unterhalb der Lehrerschaft glauben, „jeder der arbeiten will, findet auch eine Arbeit zum Leben“. Selbst wenn es sich dabei um Arbeit mit geringerem Lohn, Kurzarbeit, Zeitarbeit, Leiharbeit, Werkverträge und sogar um 1 Euro Jobs handeln. Ihre Skrupellosigkeit scheint keine unteren Grenzen zu kennen. Sie ignorieren schlicht die Arbeitslosenzahl. Sie ignorieren die steigende Zahl der Empfänger des Arbeitslosengeldes II. Sie ignorieren, daß die Arbeit mit geringeren Lohn, Kurzarbeit, Zeitarbeit, Leiharbeit, Werkverträge und 1 Euro Jobs die Altersarmut des Volkes einprogrammiert. Tendenz steigend. Politiker, Journalisten, Publizisten, Wissenschaftler werden davon nicht betroffen sein. Sie selbst verdienen viel. Tendenz steigend.

 

Im Jahre 1973 zählt die Arbeitslosigkeit 1,2 %, in 1974 2,6 %, in 1975 4,7 %. In 1985 zeigt die Arbeitslosenstatistik 9,3 %. Der Bedarf an Import von „Arbeitssklaven“ wird in das Gegenteil gewandelt. Die steigende Arbeitslosigkeit führt zum Abbau von Sozialleistungen staatlicherseits. Die privaten Unternehmen fahren ihre Kosten für die betriebliche Ausbildung zurück. Der „Staat“ soll die Kosten der Ausbildung übernehmen. Der „Staat“ soll dafür sorgen, fertige „Arbeitssklaven“ zu liefen. Die privaten Unternehmen richten „Arbeitsplätze“ für sie ein. Folge des Überangebots der „Arbeitssklaven“. Noch ahnen die privaten Unternehmer nicht, daß die Ersetzung von „Arbeitssklaven“ durch „Roboter“ auch Kehrseiten hat. Die „Roboter“ denken nicht. Zur Führung der Roboter sind mehr Spezialisten gefragt als die heimischen Ausbildungseinrichtungen liefern können. Und die „Roboter“ keine Käufer der produzierten Waren sind.

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In 1985 will Michail Sergejewitsch Gorbatschow die eingeschlichenen Mißstände des „Sozialismus“ im Sowjetischen Block beheben. Er wird dabei ein Opfer der „Umarmungen“ jener, die seit dem 16. Jahrhundert weltweit Krieg, Raub, Mord, Völkermord, Besatzung und Ausbeutung praktizieren. Er verdrängt bei den „Umarmungen“ selbst die Geschichte der UdSSR nach der „Oktober Revolution“. Diese Geschichte in Zusammenhängen ist ausführlich erzählt in meinen Blogs:

Armut? Armut fällt vom Himmel. Teile I und II

 

Die UdSSR hat 1945 das „Tausendjährige Reich“ niedergekämpft. Sie hat die höchsten Verluste erlitten. Eigentlich ist sie zugleich auch größter „Kriegsverlierer“. Der „Kalte Krieg“ hält die UdSSR bereits seit 1946 beschäftigt. Um den Frontstaat DDR vor einer „Massenauswanderung“ zum Frontstaat BRD zu schützen, läßt die UdSSR in 1961 die „Mauer in Berlin“ und die durchgehende „Stacheldraht Grenze“ zwischen den beiden Frontstaaten errichten.

 

Eigentlich wird dieser „Schutz“, die Berliner Mauer und die „Stacheldraht Grenze“ zwischen der BRD und der DDR bereits in 1973 überflüssig. Der Beginn der Massenarbeitslosigkeit in der BRD. Der Lack für Lockrufe ist spätestens 1973 ab. Aber erst 1989 fällt „Die Mauer“. Michail Sergejewitsch Gorbatschow sei Dank. 1990 wird die DDR in die BRD eingegliedert. Zuvor hat die UdSSR „blauäugig“ auch auf ihr Besatzungsrecht vertraglich verzichtet. Das jetzige Deutschland entsteht. Das Besatzungsstatut zugunsten von Frankreich, Großbritannien und „USA“ bleibt bestehen. Das neue Deutschland ist noch kein souveräner Staat.

 

Die UdSSR wird aufs Kreuz gelegt. Die UdSSR hat sich aufs Kreuz legen lassen. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag vom 12. September 1990 läutet nicht nur die Auflösung des „Warschauer Paktes“ in 1991 ein. Im Dezember wird folgerichtig auch die UdSSR aufgelöst. Im guten Glauben des Weltfriedens.

 

Die UdSSR hatte nichts gelernt aus der Geschichte. Die NATO wird nicht aufgelöst. Sie feiert einen Sieg des Kapitalismus. Der „Kalte Krieg“ wird fortgesetzt gegen die „Russische Föderation“. Deutschland befindet sich nunmehr in der Mitte Europas als der wirtschaftlich stärkste Staat. Dementsprechend wird Deutschland beinahe „Weltmeister“ beim Export. Aber die hohe Arbeitslosigkeit bleibt.

 

Deutschland übernimmt eine tragende Rolle bei der Zerschlagung eines anderen, nicht−kapitalistischen „Vielvölker Staates“. Auch in 1991 beginnt die Destabilisierung Jugoslawiens. Die Zerschlagung Jugoslawiens dauert von 1991 bis 1999. Nach den Flüchtlingen aus Vietnam erfährt Deutschland die erste Welle der Flüchtlinge. Deutschland hat aber keinen Bedarf an „Arbeitssklaven“ wie seiner Zeit die „Gastarbeiter“. Darüber in einer Weile mehr. Zunächst ein Blick zurück in die Geschichte.

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Vor Moses ist die Vertreibung von Menschen durch Menschen nicht überliefert. Moses hat vom „Exilieren“ der Reichen−Israelis nach Babylon berichtet, als Folge der Eroberung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezar II in 598 v. Chr.. Die ärmeren Israelis bleiben. Natürlich. Diese Episode soll nach der jüdischen Geschichtsschreibung die erste „Vertreibung“ der Juden gewesen sein. Ihre zweite „Vertreibung“ soll geschehen sein nach der Eroberung Palästinas durch die Römer. Die Juden haben sich immer als „Vertriebene“ verkauft und nicht als „Umgesiedelte“ oder als „Auswanderer“.

 

Die „Auswanderung“ als ein Begriff setzt „Gebietsgrenzen“ voraus. „Auswanderer“ aus einem Gebiet, sind „Einwanderer“ in einem anderen Gebiet. „Einwanderer“ sind „Flüchtlinge“. Dies hat mit „Asyl“ oder „Asylanten“ nichts zu tun. „Asyl“ ist eine vorübergehende Hilfe für Menschen in Not. „Flüchtlinge“ bleiben auf Dauer. Die „Gebietsgrenzen“ werden gewaltsam gesetzt von Despoten. Sie sind willkürlich und veränderlich je nach der Macht−Situation. Die Gebietsgrenzen unserer Tage ebenso. Für Gebietsgrenzen unserer Tage hat die Ära Vasco da Gama die Grundsteine gemauert.

 

So ist 1918 beispielsweise ein Gebiet in Mittel –und Südost Europa ein Königreich Jugoslawien entstanden. Wie auch die vielen Königtümer auf der arabischen Halbinsel und die neueren Gebietsgrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Neue Gebietsgrenzen entstehen als Folge von Kriegen.  Ab 1945 wird das Gebiet „Königreich Jugoslawien“ eine Sozialistische Föderative Republik. Eine Republik von mehreren „Völkern “ und Sprachen, dominiert von Serben (ca. 40 %) und Kroaten (ca. 22 %). Während des „Kalten Krieges“ positioniert sich die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawiens zwischen den beiden Blöcken des „Kalten Krieges“. Es geht nicht lange gut. Verständlich. Einmischungen durch beide Blöcke. Die Politik der Einkreisung der UdSSR zeigt 1991 erfolg. Ja, in 1991. Die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawiens zerfällt. Wie die UdSSR auch. Jene von „USA“ erfundene Kampfparole im 20. Jahrhundert: „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ trägt Früchte.

 

Anders als beim Zerfall der UdSSR kommt es in Jugoslawien zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Kriege ohne Waffen gehen gar nicht. Die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawiens hat keine eigene industrielle Waffenproduktion. Keiner hat gefragt, wo die Waffen herkommen. Keine Fragen, keine Antworten. Chronisten berichten 1991 vom 10−Tage Krieg in Slowenien, vom Kroatien Krieg (1991 – 1995), vom Bosnienkrieg (1992 – 1995) und vom Kosovokrieg (1999). Kriege fallen nicht vom Himmel. Kriege sind Mittel zum Profit durch Ausbeutung. Profiteure sind nicht nur die Waffenentwickler, Waffenhersteller, Waffenhändler. Sklavenhändler und Besitzer von „Produktionsmitteln“ auch. Die Soldaten und das Heer von armen „Arbeitssklaven“ sind stets die Verlierer. Zwischen diesen Gewinnlern und den Verlierern liegen die Flüchtlinge.

 

Die neue Tarnkappe ist die NATO. Angeblich eine Verteidigungsbündnis. Die NATO bombardiert vom 24. März 1999 bis 24.06.19999 die Industrieanlagen in ganz Serbien und Montenegro. Ein unerklärter brutaler Krieg. Geplant bereits in 1998. Die NATO setzt ein neues Interventionsrecht. Der Leitwolf der Nato, die „USA“, erklärt freimütig, daß die Vereinten Nationen als Instrument untauglich geworden sind: "Der Internationale Gerichtshof, die UNO und andere Institutionen seien unerheblich geworden, erklärten die obersten US-Behörden unumwunden, weil sie nicht länger den US-Vorgaben folgen würden, wie dies noch in den ersten Nachkriegsjahren der Fall war."

 

 

Die industriellen Verwalter von Menschen dreschen „nationalistische“ Phrasen, um das skrupellose Geschäft mit Krieg, Unterdrückung, „Sklavenhandel“ und Ausbeutung zu verdecken. „Völker“ in der Sozialistische Föderative Republik Jugoslawiens erklären ihre Unabhängigkeit. Deutschland, aufgestiegen als „Global Player“ unter den Fetischen der „USA“, mischt kräftig mit. Deutschland „beruft“ sich auf das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ und erkennt Slowenien und Kroatien bereits am 23. Dezember 1991 als neue Staaten an. Von der EG verlangten ausreichenden Minderheitenschutz ignoriert Deutschland. Deutschland, nein, nicht deutsche Soldaten und deutsche arme „Arbeitssklaven“, das übrige Deutschland erntet wieder „Gastarbeiter“ getarnt als „Flüchtlinge“.

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Wie schon erwähnt, sind die europäischen Christen auf allen Kontinenten sind die Guten. Die Guten werden vom gütigen Gott geleitet. Die Guten kennen keine Niederlagen. Von Betriebsunfällen wie in Vietnam, Nord Korea und Iran abgesehen. Bis 1979 ist das vom Islam geprägte Gebiet zwischen Pakistan und Marokko, alle diktorisch regiert, unter Kontrolle. Sie gelten als „befreundete“, „strategisch wichtige Staaten“ der europäischen Christen. Also auch die Guten. Doch gibt es böse Überraschungen.

  • Der Schah von Iran fällt. Die Islamische Republik kommt. Der Stellvertreterkrieg gegen Iran, der erste Golfkrieg, gefochten vom Irak (1980 – 1988) scheitert. Aber die Hochrüstung Irak’s bleibt. Keine Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge.
  • Die islamische „Mudschaheddins“, eine Schöpfung der „USA“, gewinnen in Afghanistan. 1989 ist die UdSSR vertrieben. Keine Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge.
  • Die von der „USA“ geführte Militärkoalition bestraft Irak (Der 2. Golfkrieg 1990/1991). Noch keine Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge.
  • Nach der Vertreibung der UdSSR besinnen sich die „Mudschaheddins“ ihres islamischen Glaubens. Sie werden bestraft durch die Besatzung Afghanistans durch eine Militärkoalition, geführt von der „USA“. Seit Oktober 2001 bis unsere Tage. Auf Dauer ist die Besatzung zu teuer. Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge. Die Kollaborateure der Besatzungsmacht.
  • „Eine Koalition der Willigen“, geführt von der „USA“, bestraft Irak ein zweites Mal vom 2. März 2003 an. Der 3. Golfkrieg. Unter falschen Anschuldigungen und richtet ein Desaster an bis unsere Tage. Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge. Die Kollaborateure der Besatzungsmacht.
  • Seit dem Sommer 2004 bis unsere Tage kämpfen aufständische in Jemen gegen eine „befreundete“ Regierung. Nachweislich sind die Aufständischen keine „Kommunisten“. „Arabischer Frühling“ ist 2004 noch nicht erfunden. Die „befreundete“ Regierung Jemens wird militärisch unterstützt durch: Ägypten, Jordanien, Marokko, Pakistan, Saudi Arabien, die „USA“. Noch keine Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge.
  • Im Dezember 2010 beginnt eine Serie von „Aufständen“ in der „Arabischen Welt“, hochstilisiert in christlichem Europa als „Arabischer Frühling“, zunächst in Tunesien. Binnen wenigen Tagen flüchtet der autokratisch regierende Präsident Zine el-Abidine Ben Ali am 14. Januar 2011 nach Saudi Arabien. Verlauf unblutig. Keine Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge.
  • Am 5. Januar 2011 in Algerien. Ohne Folgen.
  • An 7. Januar im Königreich Jordanien. Endet mit einigen Kompromissen.
  • Gegen das sunnitische Könighaus von Hamad ibn Isa Al Chalifa in Bahrein steht die schiitische Mehrheit auf ab 14. Februar 2011. Saudi Arabien entsendet deutsche Panzer am 14. März 2011 und macht den Aufstand nieder. Keine Proteste des christlichen Europas über die Verletzung des „Völkerrechts“. Was ist „Völkerrecht“? Keine Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge.
  • Der „Tag des Zorns“ vom 25. Januar 2011 in Ägypten fegt zwar am 11. Februar 2011 den langjährigen „Staatspräsidenten“ weg, es bleibt aber das Militär an der Macht. Es hebt 30 Jahre geltende Notstandsgesetze auf und organisiert „freie und demokratische Wahlen“. Ein „Muslimbruder“ gewinnt die Präsidentschaftswahlen. Den „säkularen Kräften“ und dem Militär paßt der „Muslimbruder“ nicht. Das Militär läßt ihn zum Tode verurteilen. Das Ägyptische Militär ist einer der wichtigsten „strategischen Partner“ der NATO in dieser Region. Das Ägyptische Militär wird nach wie vor von der „USA“ subventioniert. Noch keine Flüchtlinge kommen nach Europa als Kriegsfolge.
  • Saudi Arabien, auch einer der wichtigsten „strategischen Partner“ der NATO, schlägt den Aufstand vom 26. Januar 2011 nieder.
  • Im Februar 2011 beginnen Massenproteste in der Hafenstadt Benghazi, Libyen. Als ein nicht „befreundeter“, aber „strategisch wichtiger Staat“ wird Libyen mit harter Hand regiert. Ein stabiles Land. Es hat keine eigene Waffenproduktion, aber ist reich an Öl. Dort kommt es zu „militärischen“ Auseinandersetzungen. Daß die Regierungstruppen militärisch gut ausgerüstet sind, ist nachvollziehbar. Aber wie kommt das oppositionelle Militär zu gleichwertigen Waffen? Die europäischen Christen rüsten die „Libysche Nationale Befreiungsarmee“ auf. Zusammen mit NATO Truppen werden die regulären Streitkräft Libyens besiegt. Seither tobt dort ein Krieg, ein „Bürgerkrieg“. Flüchtlinge strömen nach Europa als Kriegsfolge.
  • Auch in Syrien kommt es zu ersten Protestaufrufen im Februar 2011. Syrien ist nicht nur nicht ein „befreundeter“ Staat wie Libyen, sondern ein „befreundeter“ Staat der Russischen Föderation. Bald herrscht auch dort Krieg gegen die regulären Streitkräfte Syriens. Mehrere "Freie Syrische Armeen" entstehen. Der "ISIS" ist eine davon. Mittlererweile auch ein Krieg mit den Einsatz von "mehrseitiger" Luftwaffen. Flüchtlinge strömen nach Europa als Kriegsfolge.

 

Die Geschichte dieses islamischen Raumes in Zusammenhängen ist ausführlich erzählt in meinen Blog:

Der ISIS und die "USA"

Obama, Osama, ISIS, Terror, Lügen, Fälschungen, Raub, Unterdrückung, Besatzung, Ausbeutung

 

Die Ära Vasco da Gama bereichert uns im 21. Jahrhundert mit der Kreation einer weiteren Tarnkappe: „Bürgerkriegsflüchtlinge“. Eine dreiste Tarnkappe. Es gibt keine „Bürgerkriege“, sondern Kriege. Kriege fallen nicht vom Himmel. Kriege sind Mittel zur nachhaltigen Ausbeutung der „Arbeit“. Kriege werden langfristig geplant. Es beginnt mit der Bündelung von „Ressourcen“ zur Waffenproduktion. Kriege produzieren Flüchtlinge. Gegenwärtig aus Pakistan, Afghanistan, Irak, Syrien, „Balkan“ Libyen, Nordafrika. Alle Gebiete ohne eigene industrielle Waffenproduktion. Also profitable Absatzmärke für Waffen. Wohin mit der fortgesetzten Waffenproduktion der europäischen Christen? Warum nicht „Bürgerkriege“ anzetteln?

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Die BRD ist 1949 ein total demilitarisierter Staat. Allen öffentlichen Scheinheiligkeiten zum Trotz: „Nie wieder Krieg auf deutschem Boden“ wird aber Krieg gesät. Ein Frontstaat ohne Waffen und Kriegsbereitschaft? Wie soll das gehen? Der Parlamentarische Rat hatte 1948 anscheinend auch diese Frage gestellt. Der Artikel 26 GG der BRD lautet:

  1. Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig.
  2. Zur Kriegsführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden.

 

Ich lasse den Artikel 26 GG mit der Empfehlung des mehrmaligen Lesens unkommentiert. Genau so ist es gekommen, wie es kommen sollte. Es ist zwar geheim geblieben, ab wann die BRD Waffen zur Kriegsführung produziert. Es ist aber nicht geheim, daß Soldaten und Waffen töten. Immer. Aus der Natur der Sache heraus.

 

Es ist auch nicht geheim, daß die BRD in 1955 ein Teil der NATO wird, ohne ein souveräner Staat geworden zu sein. Der 22. Mai 1956 ist der offizielle Geburtstag der „Bundeswehr“. Woher aber die Soldaten nehmen? Von ca. 15 Tausend Bundeswehroffizieren entstammen 12.360 der „Reichswehr“, 300 sogar der „Waffen−SS“.

 

Die BRD hat immer Kriegswaffen produziert und auch exportiert. Die Daten sind geheim. Es ist nicht mehr geheim, daß Deutschland seit Februar 1991 Kriegswaffen exportiert. Im Jahre 2000 ist Deutschland der drittgrößte Kriegswaffen−Exporteur hinter der „USA“ und der Russischen Föderation. Jahr für Jahr produzieren die europäischen Christen in vier Kontinenten 95 % aller Kriegswaffen und predigen „Nächstenliebe“, „Barmherzigkeit“, „Demokratie“, „Freiheit“ und „Menschlichkeit“.

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In 1969 schaffen Belgien, die Niederlande und Luxemburg ihre „Grenzkontrollen“ ab. In 1985 wird das „Schengener Abkommen“ beschlossen. Die Grenzkontrollen sollen innerhalb der „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) fallen. Aber Italien als das sechste Mitglied der EWG ist nicht dabei. Warum? Keine Fragen, keine Antworten. Mit dem „Schengener Abkommen“ wird das verfassungsmäßige Recht auf Freizügigkeit und Aufenthaltsfreiheit von Personen im Binnenmarkt (Art. 14 Abs. 2 EU-Vertrag 1992) vorbereitet.

 

Nach und nach treten weitere europäische Staaten diesem Abkommen bei. In 1990 wird die „Durchführung“ des Übereinkommens beschlossen. Ebenfalls in Schengen, genannt Schengen II. In 2005 wird Schengen III unterschrieben in Prüm. Dieses Abkommen zeichnet die europäische Außengrenze neu. Innerhalb dieser Grenze wird nach und nach die Freizügigkeit und Aufenthaltsfreiheit eingeführt. Kein Visum, keine Zölle, ungehinderte Einkäufe. Auch jene der „besten Köpfe“. Selbstverständlich von der „Peripherie“ zum Zentrum. Freizügigkeit, individuelle „Mobilität“, und so weiter. Aus der Natur solcher Abkommen heraus.

 

Der große Gewinnler der Freizügigkeit und Aufenthaltsfreiheit ist Deutschland. Deutschland konkurriert die Produktionen der peripheren EU−Staaten tendenziell kaputt. Dieser Trend wird gesteigert durch die Einführung des EURO. 1999 als Buchgeld, ab 2002 auch als Zahlungsmittel innerhalb der „Währungsunion“.

 

In 1997 wird in Dublin vertraglich geregelt, welcher Staat in der EU für die Prüfung eines in der EU gestellten Asylantrags zuständig sein soll. Im zweiten Schritt in 2003 wird festgeschrieben: Nur ein EU−Staat soll für ein Asylverfahren zuständig sein. Diese „sorgfältige“ Aufbereitung einer „Mauer“ um Europa läßt tief in das Tun der europäischen Christen in Europa blicken. Heute beteiligen sich 30 europäische Staaten an Schengen/Dublin Abkommen. Die Last für die Sicherung der neuen Außenmauern muß in der Hauptsache von den peripheren Staaten gesichert werden. Es lohnt sich immer, auf die Karte zu schauen, die Außengrenzen der aktuellen EU Staaten nach dem Schengen/Dublin Abkommen anzuschauen, auf die Karte Deutschland suchen und nachzudenken.

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Die Ära Vasco da Gama unserer Tage hat uns nach der Zählung der „Vereinten Nationen“ mehr als 60 Millionen „Flüchtlinge“ beschert. Ja, mehr als 60 Millionen „Flüchtlinge“. Tendenz steigend. Ausschließlich in Gebieten auf unserer Erde, die vor Beginn dieser Ära im Überfluß produziert haben und reich gewesen sind. Die wirkliche Zahl derer, die „vor Ort“ ihren Überlebensplatz verloren haben, kann keiner genau beziffern. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Alles als Kriegsfolgen. Kriege ohne Waffen. Das geht nicht. Wir erinnern uns. 95 % der Kriegswaffen werden von Europäischen Christen produziert und vertrieben.

 

Die „Flüchtlinge“ werden, wie gesagt,  systematisch produziert. Es beginnt mit der Absicht, einen Teil der Erde zu besetzen, den besetzten Teil zum „Eigentum“ zu machen und das „Eigentum“ mit Waffen verteidigen zu wollen. Waffenproduktion, Kriege, Arbeitssklaven folgen. Durch angezettelte Kriege wird die Grundlage des Überlebens für eine Mehrheit der Menschen zerstört. Sie wird in Armut gepflegt. Der andere Teil, der reichere Teil, wird „Flüchtlinge“. Wie gesagt, die europäischen Christen produzieren nach wie vor jährlich 95 % aller Kriegswaffen, die auch eingesetzt werden. Die Gier der europäischen Christen kennt keine Obergrenze.

 

Flüchtlinge sind nützlich. Nicht alle. Aber die jungen und dynamischen sind als neue „Arbeitssklaven“, als „Neubürger“ willkommen. Die „Gastarbeiter“ mußten vor Ort gesichtet, geprüft und eingekauft werden. Die Flüchtlinge, die nach Europa schaffen, sind bereits geprüft und eingekauft. Ohne Kosten.

 

Ein weiteres Instrument für die Produktion von Flüchtlingen sind, neben Kriege und „Bürgerkriege“ die diversen „Freihandelsabkommen“. Und die „Entwicklungshilfe“. Willy Brandt hat einmal in den siebziger Jahren Walter Schell belehrt. „Jede Mark die wir in der „Dritten Welt“ investieren, kommt als zwei Mark zurück“. Willy Brandt war in Rahmen seiner Möglichkeit noch ehrlich.

 

Die geschichtliche Auswertung deutet an, wer Bürgerkriege anderswo anzettelt, sät auch Bürgerkriege im eigenen „Haus“. Es ist nur eine Frage der Zeit.

 

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Truths.

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